Das
Adivasi-Tee-Projekt (ATP) der Evangelischen StudentInnengemeinde in
Deutschland
(ESG) wurde
nach intensiven persönlichen Kontakten zwischen einer Gruppe von
StudentInnen, die der ESG verbunden waren, und MitarbeiterInnen von
ACCORD gegründet. Der erste Kontakt
kam 1990 zwischen MitarbeiterInnen des
Gudalur-Adivasi-Hospitals
und zwei deutschen Medizinstudentinnen im Rahmen einer
Auslandsfamulatur zustande. Die daraus hervorgegangene kontinuierliche
Unterstützung des Hospitals durch eine lokale ESG-Gruppe
führte dazu, daß auf Einladung des Arbeitsbereiches
Nord-Süd der Bundes-ESG im Sommer 1994 eine Delegation von ACCORD
die Bundesrepublik Deutschland bereiste und auf Veranstaltungen im
ganzen Bundesgebiet über die Situation der
Adivasi und das Entwicklungskonzept von
ACCORD sprechen konnte. Damit war der Grundstein für eine
bundesweite Projektarbeit gelegt. Im Herbst 1994 erhielt das
Adivasi-Tee- Projekt (anfänglich unter dem Namen "Indienprojekt")
Projektstatus im Arbeitsbereich Nord-Süd der Bundes-ESG. Seitdem
finden in zweimonatigem Rhythmus Treffen statt, die sowohl der
inhaltlichen Arbeit als auch der Koordination gemeinsamer
Aktivitäten und der Absprache zwischen den Regionalgruppen gelten.
Da inzwischen viele der Mitglieder
des Adivasi-Tee-Projektes ihr Studium abgeschlossen haben, hat sich der
Schwerpunkt der Projektarbeit des Adivasi-Tee-Projekts aus dem Bereich
der Hochschulen zunehmend in weitergefaßte gesellschaftliche
Bereiche verlagert. Ziele und Schwerpunkte der Arbeit des
Adivasi-Tee-Projektes sind:
- Informationsvermittlung und Erstellung von
Informationsmaterialien/ -medien über die Situation der Adivasi
sowie die Arbeit von ACCORD und AMS,
- entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Schulen,
Weltläden und Kirchengemeinden; durch Vorträge auf Tagungen
und durch Seminare; Tagesveranstaltungen auf dem Deutschen
Evangelischen Kirchentag 1997 (Leipzig), 1999 (Stuttgart), 2001
(Frankfurt/M.) und 2003 (Berlin),
- Herstellen von Kontakten zwischen entwicklungspolitisch
interessierten Gruppen oder Einzelpersonen in Deutschland und der
Adivasi-Gemeinschaft von Gudalur,
- Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
- Pflege des interkulturellen Austausches,
- geistige und materielle Unterstützung der Arbeit von
ACCORD / AMS,
- Fundraising-Kampagne in Deutschland zur Rückzahlung
des Kredites für die Teeplantage.
Das Adivasi-Tee-Projekt pflegt Schulpartnerschaften in Bretten
und Lauffen und ist unter anderem Mitglied in der Adivasi-Koordination
und bei attac.
Ein eigener Verein zur dauerhaften
Unterstützung der Arbeit des Adivasi-Tee-Projektes, das
Adivasi-Kooperationsprojekt
e.V.,
Göttingen, wurde 1998 gegründet.
Neben mehreren Privatbesuchen von
Einzelpersonen in Gudalur und Deutschland wurden in direkter
Zusammenarbeit mit ACCORD in den letzten Jahren eine Reihe von Arbeits-
oder Studienvorhaben, privat oder mit Unterstützung geldgebender
Organisationen, durchgeführt.
- 1994: 4-wöchige Delegationsreise vierer
MitarbeiterInnen von ACCORD zu Weltläden, ESGn, Indienhilfe, gepa
etc. (finanziert von der ESG).
- 1996: 2-wöchige Vortragsreise einer Delegation
von ACCORD in Deutschland (bezuschußt von Bündnis 90 / Die
Grünen) und Teilnahme an der jährlichen
Delegiertenversammlung der ESG.
- 1996: Medizinische Doktorarbeit einer Ärztin
aus Deutschland am Gudalur-Adivasi-Hospital zu Auswirkungen der Arbeit
im Ernährungs- und Gesundheitsbereich bei Kleinkindern unter 5
Jahren und Schwangeren.
- 1997: 4-wöchige Deutschlandreise einer
Delegation von ACCORD und AMS, der erstmals auch 6 Adivasi (neben 2
Nicht-Adivasi) angehörten. Teilnahme am Deutschen Evangelischen
Kirchentag in Leipzig mit einer gemeinsamen Tagesveranstaltung sowie
weitere Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet; im Zusammenhang damit
- 1998: 4-wöchige Begegnungsreise einer Gruppe
von 8 Mitgliedern des Adivasi-Tee-Projektes nach Gudalur (beides
bezuschußt vom ABP, Stuttgart, im Rahmen eines binationalen
Austauschprogrammes).
- 1999: 3-monatiger Aufenthalt eines Architektenpaares
von ACCORD mit ihren beiden Kindern in der Bundesrepublik Deutschland
(im Rahmen des ASA-Programms der Carl-Duisberg-Gesellschaft,
bezuschußt von der Heinrich-Böll-Stiftung
e.V., Berlin) in Zusammenarbeit mit dem Verein zur Förderung
gemeinschaftlicher Lebensformen und alternativer Projekte e.V., Hamm.
Thematische Schwerpunkte waren die Arbeit des Adivasi-Tee-Projektes als
PartnerInnenorganisation, ökologisches und energiesparendes Bauen
sowie gemeinschaftliches und gemeinschaftsorientiertes Leben und
Arbeiten in kommunitären Gemeinschaften.
- 1999: 3-monatiger Gegenbesuch von zwei deutschen
ProjektteilnehmerInnen in Gudalur (im Rahmen des ASA-Programms der
Carl-Duisberg-Gesellschaft) mit den Themenschwerpunkten a)
Einführung in die Arbeitsbereiche von ACCORD und b) Mitarbeit in
den Bereichen "Schule" und "Krankenhaus und Gesundheitsbereich".
- 1999: 4-wöchige Deutschlandreise einer Gruppe
von sechs Adivasi-Frauen und zwei indischen Nicht-Adivasi-Frauen.
Teilnahme am 28. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart mit
gemeinsamen Tagesveranstaltungen. Tagung in der Evangelischen Akademie Bad Boll
(in Zusammenarbeit mit und bezuschußt von der Deutsch-Indischen
Gesellschaft) und weiteren Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet
(bezuschußt vom ABP
(Ev. Entwicklungsdienst - eed),
dem Deutschen Evangelischen
Kirchentag,
dem Regierungspräsidium Dresden, der
Carl-Duisberg-Gesellschaft in NRW u.a.).
- 2001: 4-wöchige Deutschlandreise einer Gruppe
von sechs Adivasi und zwei indischen Nicht-Adivasi. Teilnahme am 29.
Deutschen Evangelischen Kirchentag in Frankfurt a.M. Tagung in der Evangelischen Akademie Bad Boll
(in Zusammenarbeit mit und bezuschußt von der Deutsch-Indischen
Gesellschaft) und weiteren Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet
(bezuschußt vom ABP,
dem Deutschen Evangelischen
Kirchentag
und anderen Einrichtungen.
- 2003: Entwicklungspolitische Deutschlandreise einer
Adivasi-Gruppe mit Veranstaltungen auf dem 1. Ökumenischen Kirchentag
in Berlin.
- 2004: 2-wöchige Deutschlandreise von 2 Adivasi
anläßlich 10 Jahre ATP.
Sie können die Arbeit von ACCORD und des Adivasi-Tee-Projektes
durch Spenden und/oder Mitarbeit
unterstützen.