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Jahresbericht 2000

Kurt Bühner



 

   Vorwort

   Projekttreffen

   Projekt-Koffer und Homepage

   Schulprojekte und Schüler/innenarbeit

   Kooperationen und Vernetzungsarbeit

   Externe Öffentlichkeitsarbeit

   Abschluß


0. Vorwort

Mit unserem Engagement im Jahr 2000 haben wir innerhalb verschiedener (auch der studenti-schen) Kontexte in der BRD entscheidende entwicklungspolitische Akzente gesetzt. Die Arbeit der AG Indienprojekt hatte im Jahr 2000 folgende bildungspolitische und entwicklungbezogene Themen zum Inhalt:
  • Armutsanalyse
  • Interreligiöser Dialog
  • Fragen der Nachhaltigkeit - Kritik der Nachhaltigkeit
  • Globalisierung - Vernetzung von unten
  • Ökonomie - Entschuldung durch konkretes Handeln
Im folgenden Bericht stelle ich in Kürze die wichtigsten Ereignisse der Arbeit des Adivasi-Tee-Projektes heraus. Dabei bitte ich die dem ABP vorliegenden Rechenschaftsberichte der Stelleninhaber des ATPs (VB-Stelle ABP Nr. 3129-98 und ABP 3129-00) zu beachten.

1. Treffen der AG Indienprojekt/ Adivasi-Tee-Projekt

Folgende Treffen der AG Indienprojekt fanden während des Jahres 2000 statt:

1.1 Arbeitstreffen der AG Indienprojekt in Stollberg vom 28.-30. Januar

Um nach der großen Tour, anläßlich des 28. DEKT in Stuttgart etc., bei dem das Adivasi-Tee-Projekt die Kollekte des Feierabendmahles bekommen hat, neue Ziele und Arbeitsschwerpunkte zu setzen, war es nötig, daß wir Ende Januar 2000 eine große Zukunftswerkstatt in Zusammenarbeit mit Monika, der Moderatorin der Kommune Niederkaufungen abhielten.

1.2 Arbeitstreffen der AG Indienprojekt in Göttingen vom 10.-12. März

Auf diesem Treffen beschlossen wir neue Strukturen und Methoden in unsere Arbeitsweise aufzunehmen. Wir entschieden uns in Zukunft über einen längeren Zeitraum hinweg feste Arbeitsgruppen einzurichten, die noch kontinuierlicher an speziellen Projekten arbeiten. Diesen Arbeitsgruppen wird seither auf den Treffen des Gesamtprojektes feste Zeiten zur Weiterarbeit eingeräumt werden. So entstanden auf dem Göttinger Treffen innerhalb des Adivasi-Tee-Projekt z.B. die AG�n Öffentlichkeitsarbeit, Homepage, Schulprojekte, Logo, Publikationen. So arbeitete die AG Publikation beispielsweise weiter an der Übersetzung und Veröffentlichung von Mari Marcel Thekaekaras Buch �das doppelte Auge�. Die AG Logo entwarf ein neues Logo, weil das alte (eine Karte Indiens) wegen den darauf eingezeichneten Grenzen Kashmirs politisch nicht mehr tragbar war. Inhaltlich beschäftigten wir uns mit dem Text des Wirtschaftswissenschaftlers Michael von Hauff �Adivasi - vergessene Ureinwohner?�, den Berichten vom Foren-Treffen der Bundes-ESG und der Adivasi-Koordination.

1.3 Arbeitstreffen der AG Indienprojekt in Heidelberg vom 19.-21. Mai

Vom 19.-21. Mai fand in den Räumen der Fachschaft der Universität und der au tonomen ESG Heidelberg eines unserer Arbeitstreffen statt, auf dem wir viel Zeit auf die organisatorische und inhaltliche Vorbereitung unseres entwicklungspolitischen Seminars �Verschuldung und Globalisierung� verwendeten (siehe unten). Wie geplant gab es wiederum eine Zeit, in der die Arbeitsgruppen sich trafen. Inhaltlich beschäftigten wir uns mit einer gerade entstehenden pädagogischen Diplomarbeit mit dem Arbeitstitel: �ACCORD und die Adivasi - wie die NRO ACCORD die Adivasi in Südindien auf ihrem Weg zu Gerechtigkeit und selbstbestimmtem Leben begleitet. Was können wir aus der Projektanalyse für die Gemeinwesenarbeit in Deutschland lernen?� Die Projektanalyse von ACCORD wurde vom Schreibenden nach den Kriterien von T. Klock vorgenommen. Sie sind:
  • Welches sind die subjektiven Strategien der Lebensbewältigung im Projekt.
  • ·
  • Wie sieht die geschlechtshierarchische Arbeitsteilung in den Haushalten der Adivasi aus.
  • ·
  • Wie gestalten sie/ sich die Internationalen Kooperationen
  • ·
  • Wie sehen die Binnenstrukturen und Hierarchien im Projekt ACCORD/ AMS aus. Was sind die Zielgruppen und Perspektiven.
Daraufhin gab es eine lebhafte Diskussion, vor allem um unsere eigenen Ziele und Perspektiven.

1.4 Arbeitstreffen der AG Indienprojekt in Hamm vom 30.6. - 2.7 2000

Stan Thekaekara, Mitgründer von ACCORD, war Anfang Juli 2000 auf unserem Projekttreffen in Hamm zu Gast. Zusammen mit ihm beschlossen wir für den Sommer 2001 wiederum eine Delegation aus Gudalur nach Deutschland einzuladen und eine erneute entwicklungspolitische Begegnungsreise durchzuführen. Es war uns ein wichtiges Anliegen, dass uns dieses Mal eine gemischtgeschlechtliche Gruppe, die die verschiedenen Arbeitsbereiche von ACCORD/AMS abdeckt, besucht. Der inhaltliche Input bestand aus einem Referat über die Praktiken der Grameen-Bank, dem Sinn und den Risiken der Vergabe von Kleinstkrediten. Stan Thekaekara erzählte uns von der Praxis, wie ACCORD/ AMS Kredite an zum AMS gehörende Adivasifamilien zur Verfügung stellt.

1.5 ESG-Seminar der AG Indienprojekt �Verschuldung und Globalisierung� im Tagungshaus der Kommune Niederkaufungen: 6.-8. Oktober 2000

Für unsere eigene inhaltliche Vorbereitung und Weiterbildung veranstalteten wir vom 6.-8. Oktober 2000 das Seminar �Verschuldung und Globalisierung� in der Kommune Niederkaufungen. Dieses gutbesuchte Seminar war bundesweit ausgeschrieben.
       Der Ort der Kommune Niederkaufungen, in dem momentan etwa 70 Menschen leben und arbeiten, eignete sich für ein Seminar mit einem solchen Thema besonders gut, weil die Kommune sich selbst als alternative Form des Zusammenlebens und konstruktive Antwort auf die Probleme unserer globalen Gesellschaft, wie Arbeitslosigkeit, soziale Ungerechtigkeit, Umweltzerstörung etc. versteht. Monika, die mit uns im Januar als Supervisorin eine Zukunftswerkstatt veranstaltet hatte, führte uns zu Anfang durch die verschiedenen Lebens- und Arbeitsbereiche. Es lohnte sich sehr diesen Ort einmal kennenzulernen.
       Zur Einstimmung in das vielschichtige Thema und zum auflockernden Kennenlernen der Gruppe begannen wir den Freitagabend mit einem nonverbalen inhaltlichen Einstieg. In ihm näherten wir uns in kleinen Szenen plakativ und assoziativ globalen Themen an. 3 Gruppen entwickelten Szenen durch Pantomime, Kabbarett, kleine Theaterstücke, Musicals zur Thematik des Seminars. Durch diesen nonverbalen Einstieg konnten wir gerade die jüngeren Teilnehmer/innen, die bisher wenig Zugang zu den Themen der entwicklungspolitischen Bildung hatten, in das Thema und den Fortgang des Seminars einbinden.
       Am Samstagvormittag analysierten wir den Problembereich der transnationalen Geldströme durch Philipp Hersels (�blue�, Berlin) Vortrag �Geld hat ein Eigenleben - Internationale Geldströme und ihre Kontrollmöglichkeiten�. Wir diskutierten intensiv über den globalen Fluss von etwa 2 Billionen US Dollar täglich, auf welche Weise nationale Wirtschaften von den sogenannten Börsencrashs betroffen sind und die Frage, wodurch diese ausgelöst werden. Der Nachmittag wurde von Silke Spielmann, der ehemaligen Buko-Agrar-Koordinatorin gestaltet: Zusammenhänge zwischen Globalisierung, WTO-Politik und Landwirtschaften v.a. in Entwicklungsländern wurden erläutert. Dieser inhaltliche Input wurde ergänzt durch Hedwig Dieckwischs (Buko Pharma-Kampagne) Bericht über die �Public Private Partnerships� und endete am Abend mit der Entwicklung von Lösungsansätzen und Erzählungen über mutmachende Beispiele der Selbsthilfe. Am Sonntagvormittag wurde ein Ansatz für eine �Globalisierung von unten� von Hartmut Futterlieb mit dem Vortrag zu �Kairos Europa - Vernetzung von unten� vorgestellt und Fragen der Weiterarbeit diskutiert.
       Das überwiegende Fazit der Feedbackrunde war: ein inhaltlich intensives Seminar, das durch die dauernd anwesenden und überaus engagierten Referent/innen viel kompetente Hintergrundinformation bot. Gerade als vielbeschäftigte AG tut es auch mal besonders gut, sich inhaltlich fortzubilden. Als besonders schön, interessant und gastfreundlich erlebten wir das Tagungshaus der Kommune Niederkaufungen.

1.6 Arbeitstreffen der AG Indienprojekt in Hamburg vom 17.-19. November

Zur weiteren organisatorischen Vorbereitung des Reiseprogramm der entwicklungspolitischen Begegnungsreise im Jahr 2001 hatten wir ein weiteres Arbeitstreffen im Jahr 2000.
       Dieses Treffen diente dazu, den Ablauf der Delegationsreise in allen planbaren Einzelheiten vorzubereiten und mit den zwischen den Treffen ankommenden Informationen aus Indien und sich ergebenden Änderungen auf deutscher Seite abzugleichen. Zu diesem Zweck wurden wiederum die wichtigsten Teile unserer Protokolle ins Englische übersetzt und nach Indien geschickt. Auf dieser Arbeitstagung wurde außerdem ein inhaltlicher Input zur entwicklungspolitischen Bildung gegeben: ich hielt ein Referat zum Stichwort �Nachhaltige Entwicklung�. Anschließend steuerte Christiane Fischer die wichtigsten Punkte der sog. Buko-Kritik bei. Danach kam es zur Diskussion um eine nachhaltige Entwicklung.

2. Der Adivasi-Tee-Projekt- Koffer und die Homepage des ATP

Die Gruppe entwickelte im Jahr 2000 als Idee und Konzept den Adivasi-Tee-Projekt-Koffer als ein medienpädagogisches Unterrichtsmaterial. Der Koffer hat sich auf der Tour 2001 überaus bewährt. Die technische und praktische Umsetzung des Koffers (Erstellen der CD-Rom, Schreiben und Layout der Texte, Kauf der Beigaben) fand im Frühjahr des Jahres 2001 statt. Die beiden Ausgaben des Adivasi-Tee-Projekt-Koffers können übrigens bei uns ausgeliehen werden. Ebenfalls im Jahr 2000 erarbeiten wir die strukturelle und inhaltliche Konzeption unserer Homepage, deren inhaltliche Umsetzung nach und nach bewerkstelligt werden konnte.

3. Schulprojekte und Schüler/innenarbeit

Besonderen Wert haben wir in den letzten Jahren auf unsere Jugend- und Schüler/innenarbeit gelegt. Daß dieses Engagement richtig war, zeigt die Präsenz und Unterstützung der Gruppen von Schüler/innen auf unseren Veranstaltungen.
       Im Juli besuchte ich die Ausstellung der AG �Eine Welt� am Melanchthon-Gymnasium, Bretten auf der Landesgartenschau in Singen. Die Ausstellung gemeinsam mit den anderen vier Modellprojekt-Schulen zum Thema �Bildung für eine nachhaltige Zukunft� fand ich überaus interessant. Mehrfach waren nun schon Schüler/innen auf unseren Arbeitstreffen.
       Im letzten halben Jahr statteten wir der AG �Eine Welt� des MGB mehrfach Besuche ab: Gemeinsam mit den Schüler/innen der AG haben wir als externe Experten für das Adivasi-Tee-Projekt etliche Unterrichtsmaterialien zum Themenbereich Adivasi (Geschichte, Kultur, Religion, Soziologie, ACCORD/ AMS) angefertigt. Ebenfalls zusammen gestalteten wir einen ganzen Projekttag für die Klasse 8c des Melanchthon-Gymnasiums, Bretten, die bisher noch wenig Informationen zu Adivasi/ ACCORD/ AMS hatten. Dazu hatten wir uns davor getroffen, um Texte zu schreiben, Arbeitsanweisungen für die Achtklässler zusammenzustellen. An der Konzeption und Gestaltung der Website der AG Eine-Welt waren wir beteiligt. In die Beratungen und den Prozess der Gründung einer Schülerfirma zum Zweck der Vermarktung des Adivasi-Tees durch die Brettener Schüler waren wir gleichfalls involviert. Gerade dem Gedanken der globalen Gerechtigkeit durch den Ausgleich zwischen Nord und Süd kommt in der Nachhaltigkeitsdebatte eine große Bedeutung zu. So ist das Brettener Schulprojekt ein großartiger Akzent neben den anderen vom LEU ausgewählten Projektschulen für die Modellstudie �Bildung und Erziehung für eine Nachhaltige Entwicklung�. Für die Zeit des Besuches der Adivasi-Delegation im Jahr 2001 planten wir Jahr 2000 verschiedene Aktionen: Unter anderem die Fahrt zum 29. DEKT mit Beteiligung der Schüler/innen am ESG-Tag auf dem Hochschulzentrum.
       Durch den perönlichen Kontakt konnten wir auch in Fragen des interkulturellen Dialogs und Austausches der Schüler/innen mit den Partner/innen in Gudalur behilflich sein.

4. Kooperationen und Vernetzungsarbeit im Jahr 2000

4.1 Das Engagement in der Bundes-ESG

Das Adivasi-Tee-Projekt ist als AG Indienprojekt aus der Arbeit der Ökumene Kommission der Bundes ESG hervorgegangen. Wir verstehen uns deshalb als wichtigen Baustein der Bundesarbeit der ESG im Bereich Ökumene. 1994 war es die Ökumene Kommission der Bundes-ESG, die es das erste Mal ermöglicht hat, Mitarbeiter/innen von ACCORD nach Deutschland einzuladen. Die aktive Mitarbeit in den Gremien der ESG ist für uns eine Möglichkeit Themen der entwicklungspolitischen Bildung wie weltweite Gerechtigkeit, Verschuldung etc. in diesen studentischen Kontext hineinzutragen. Auf dem Forentreffen der ESG im März 2000 bekamen wir den Auftrag uns in die inhaltliche Vorbereitung der Delegiertenversammlung der ESG im September zum Thema �Verschuldung� mit einem workshop zu Kleinstkredite, Grameenbank und microfince einzubringen.
       Für das Seminar der AG Indienprojekt �Verschuldung und Globalisierung� gestalteten wir einen Reader (siehe Anlage zum Rechenschaftsbericht zur VB-Stelle von Kurt Bühner ABP 3129-00).

4.2 Sonstige

Wir waren im Jahr 2000 als AG der ESG Mitglied der Adivasi-Koordination , arbeiteten mit gepa, dem Kirchentag, der evangelischen Akademie Bad Boll und der Deutsch-Indischen Gesellschaft Zweigstelle Heidelberg etc. zusammen. Auf lokaler Ebene gingen wir direkte Kooperationen ein. Daraus erwuchsen bisher mehrere Schulpartnerschaften (Lauffen, Hamburg, Bretten, Dortmund). Außerdem entstanden Partnerschaften zu Weltläden, die sich dem Projekt verbunden fühlen (in Hamburg entstand eine große Ausstellung im Weltladen Bramfelder Laterne). Die bestehenden langjährigen Partnerschaften zu Orts-ESGn (aESG Heidelberg, ESG Tübingen) und zu Kirchengemeinden (Steinenberg, Marl, Stollberg, Gütersloh). In Kooperation mit den Gruppen der lokalen Agenda 21 und dem Weltladen �El Mundo� haben wir im Juni 2001 das erste Schorndorfer Agenda-Fest veranstaltet. Die Vorbereitungen für dieses Fest mit Arbeitstreffen und Diavorträgen begannen schon im November 2000. Im September 2000 kam eine Kooperation mit der Straßentheatergruppe �Schluck und Weg� der Buko Pharma-Kampagne zustande, bei der die Gruppe auf dem Marktplatz in Marburg ihr Stück �Globalisierung und Gesundheit - die Politik der transnationalen Pharmakonzerne� aufführte. Bei dieser gemeinsamen, bei regem Publikumsverkehr sehr öffentlichkeitswirksamen Aktion betrieben wir als gastgebende Gruppe auch Öffentlichkeitsarbeit.

5. Externe Öffentlichkeitsarbeit

5.1 Publikationen und Medien

Die AG Publikationen des Adivasi-Tee-Projekts arbeitete im Jahr 2000 mit Hochdruck an der Übersetzung und Veröffentlichung von Mari Marcel Thekaekaras Buch �das doppelte Auge�, die im März 2001 erfolgte. In Zusammenarbeit mit dem Freien Radio Bruchsal und der AG Eine Welt des Melanchthon Gymnasiums Bretten konnten wir eine Radiosendung zum Schulprojekt produzieren. Diese wurde am 7. März 2000 gesendet. �Geschichten der Adivasi� (also Erzähltraditionen), die mittlerweile in der Ausgabe der Ansätze 3/01 veröffentlicht sind, wurden weitgehend im Jahr 2000 gesammelt und redigiert.

5.2 Sonstige

Als Projekt, welches mit einer Gruppe indigener Menschen zusammenarbeitet, steht das Indienprojekt in einem weiten Netz von Beziehungen. Deshalb bildet die Öffentlichkeitsarbeit und Kontaktpflege einen überaus wichtigen Baustein der Arbeit. Natürlich ist es unmöglich bei jeder Gruppe, zu der ein Kontakt besteht, auch vor Ort präsent zu sein. (Dafür kann es als Glück bezeichnet werden, daß wir an verschiedenen Orten wohnen. So sind einzelne z.B. in Hamburg, Göttingen, Gütersloh, Marl, Görlitz, Hamm, Tübingen, Erlangen, Heidelberg, Köln aktiv, wo sie Kontakte zu Weltläden etc. halten.) Im Laufe des Jahres 2000 haben wir systematisch eine Reihe persönlicher Informationsbriefe mit etlichen jeweils unterschiedlichen Anlagen, in denen wir die laufenden Planungen für das Jahr 2001 beschreiben haben, an einzelne Kontakte verschickt: z.B. an das Südasienbüro (Bernd Basting) und den Freundeskreis Ghosaldanga in Bonn, an die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie in Bensheim, an das Gasthaus Ökumene des DEKT in Frankfurt, an die Heinrich-Böll-Stiftung, an das EPIZ in Reutlingen, an die Aktion Selbstbesteuerung (ASB) Stuttgart, an die Weltläden in Heidelberg und Schorndorf.
       Das Adivasi-Tee-Projekt stellte zugunsten der Madhuvana-Teeplantage im Jahr 2000 bei Herrn Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse einen Antrag auf den Topf der Bußgelder aus der CDU Spendenaffaire und außerdem beim Amtsgericht Stuttgart.

6. Abschluß

Im Jahr 2000 war es unser Anliegen, den Adivasi durch unsere Bildungs- und Lobbyarbeit in Deutschland effektiv eine Präsenz in der Öffentlichkeit zu verschaffen. Schwerpunkte unserer Arbeit waren eine entwicklungsbezogene Bildungsarbeit in Schulen, Weltläden, ESGn, Kirchengemeinden Akademien zu den Themen Nachhaltigkeit, Globalisierung, Armutsanalyse, Weltwirtschaft etc. Dazu waren wir mit unserer Vernetzungsarbeit in verschiedenen Foren präsent, haben eine Mitgliedschaft in der Adivasi-Koordination, arbeiteten im Jahr 2000 mit der gepa, der AG Dritte Weltläden, der ev. Akademie Bad Boll und der Deutsch-Indischen Gesellschaft Heidelberg zusammen. Das Konzept der Madhunvana-Teeplantage betrachten wir als wichtigen Teil unserer Bildungsarbeit.
       Wir, Adivasi und Deutsche, verstehen unsere interkulturelle Zusammenarbeit als konkreten Schritt weltweite Gerechtigkeit umzusetzen, nachdem den Adivasi durch Kolonialgeschichte und Neoliberalismus über Jahrhunderte hinweg ihre Lebensgrundlagen entzogen und sie als Gemeinschaft mit eigener Kultur und Lebensform der Ausbeutung preisgegeben waren.
       Es ist für uns als Deutsche bei dieser Art von ökumenischem und sozialem Lernen immer wieder hochbedeutsam, was wir von den Adivasi über ihre konkret gelebte Spiritualität erfahren können.

Homepage der ESG/BRDDas Adivasi-Tee-Projekt ist eine AG der Bundes-ESG