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Kurze Vorrede
Liste der Teilnehmenden
Vorgeschichte der Reise
Vorbereitung der Reise
Programm der Reise
Nachbereitung der Reise
Weiterarbeit
Kritische Bewertung
Vorschläge an den ABP
0. Kurze Vorrede
“Chilli and sugar” – Nach 1997 und 1999 veranstaltete das
Adivasi-Tee-Projekt im Sommer 2001 nun schon zum dritten Mal eine
entwicklungspolitische Begegnungsreise. In ihrem Mittelpunkt standen
Veranstaltungen unterschiedlichsten Charakters, die wir in Kooperation
mit unseren Partnerinnen und Partnern von AMS/ACCORD aus Gudalur
durchführten. Da war der 29. DEKT in Frankfurt, das Seminar in der
evangelischen Akademie Bad Boll zum Thema “das Überleben indigener
Völker in einer globalisierten Welt – Adivasi zu Gast in Deutschland”,
die Besuche in den befreundeten Schulen, Weltläden und Kirchengemeinden
und auch die gemeinsame Sommerschule des Gesamtprojektes. Es gab
etliche events, deren Ziele vor allem die entwicklungspolitische
Bildung und die Begegnung der verschiedenen Kulturen miteinander waren.
Die persönliche Begegnung und die darin begründeten Freundschaften und
Beziehungen bilden nach wie vor die Hauptmotivation für die
Zusammenarbeit von Inder/innen und Deutschen. Von der vergangenen Reise
handelt der vorliegende Bericht.
1. Liste der Teilnehmenden an der Begegnungsreise
Für das Supportteam:
- Herr B. Ramdas - Lehrer, 10.06.1951
- Frau Rama Sastry -Schulleiterin, 10.02.1956
Für das Adivasi-Team:
Bei der Auswahl wurde eine gemischtgeschlechtliche Gruppe ausgesucht,
die die unterschiedlichen Arbeitsbereiche des AMS/ACCORD Teams in etwa
abdeckt.
- Herr M.K. Ravi - Senior Coordinator - Coordination Team,
Pattavayal Area, Mullakurumba-Tribe, 20.03.1965
- Frau Sita - Krankenschwester im Gudalur Adivasi Hospital,
Devala Area, Paniya Tribe
- Herr B. Sreedharan - Barfußarzt, Devarshola Area,
Mullukurumba Tribe, 02.04.1965
- Herr C.S. Kalaiarasan - Animator, Pattavayal Area,
04.04.1960
- Frau K.A. Ambika – Krankenschwester im Gudalur Adivasi
Hospital, Erumad Area, Mullukurumba Tribe, 07.04.1970
- Herr V.K. Gopalan - Animator, Ayyankolly Area, Paniya
Tribe, 25.06.1967
Für die AG Indienprojekt der ESG/ Adivasi-Tee-Projekt:
Bei der Auswahl wurde auf die gleichmäßige Verteilung der Gebiete und
Städte, aus denen die Mitglieder des Indienprojektes kommen, sowie auf
eine ausgewogene Beteiligung von Männern und Frauen der Gesamtgruppe
geachtet.
- Bettina Schottner, Studentin, Marburg
- Kurt Bühner, Theologe, Stelleninhaber des ATP, Schorndorf
- Ulrike Schröder, Musikwissenschaftlerin, Görlitz
- Andreas Dohrn, Pfarrer, Stollberg (Erzgebirge)
- Hedwig Diekwisch, Studentin, Bielefeld
- Anne Katrin Dietrich, Studentin, Heidelberg
- Dörte Bester-Twele, Theologin, Tübingen
- Christiane Fischer, Ärztin, Hamm
2. Vorgeschichte der Reise
1991 ergaben sich erste persönliche Kontakte mit der Organisation, als
zwei Mitglieder unserer Gruppe in dem Krankenhaus von ACCORD
famulierten. Diese fanden ihren ersten Niederschlag in einer
Partner/innenarbeit mit der aESG Heidelberg.
Aufgrund dieser persönlichen
Kontakte und der Partnerschaft mit der aESG lud die Ökumenekommission
der Bundes-ESG 1994 Shylaja Devi Menon (Ärztin), Mari Thekaekara
(Journalistin), Stan Thekaekara (Sozialarbeiter) und Nandakumar Menon
(Arzt) zu einer Delegationsreise nach Deutschland ein. Gemeinsam mit
Mitgliedern der Ökumenekommission besuchten sie während ihres
vierwöchigen Aufenthaltes ESGn, Weltläden und Organisationen wie die
Indienhilfe und die gepa.
Bei der Auswertung dieser
Rundreise kamen wir zu dem Schluß, daß wir unsere Zusammenarbeit
intensivieren sollten, da alle Beteiligten davon überzeugt waren, daß
Ökumenearbeit in dieser Form ganz konkret geleistet werden kann.
In der Folge wurde 1994 auf der
Delegiertenversammlung der ESG ein Antrag auf Einrichtung des
Indienprojektes gestellt, um dieser Arbeit einen eigenen Bereich
innerhalb des ESG-Gesamtverbandes einzuräumen. Diesem Antrag wurde
stattgegeben.
1995 kamen Stan Thekaekara und
seine Frau Mari, GründerInnen von ACCORD, im Rahmen einer
Armutsevaluierung in Großbritannien auch nach Deutschland und
gestalteten Ende November ein Seminar des Indienprojekts in Heidelberg
mit. Dort wurde beschlossen, den Kirchentag 1997 für
Öffentlichkeitsarbeit des Indienprojektes zu nutzen. Im Laufe weiterer
Treffen und insbesondere bei der ACCORD-Delegationsreise 1996, bei der
vier Mitglieder des Support-Teams von ACCORD u.a. die
Delegiertenversammlung der Bundes-ESG inhaltlich mitgestalteten, ergab
sich in weiteren Gesprächen, daß der nächste logische Schritt sei, die
nächste Reise unbedingt mit Adivasi durchzuführen, da ACCORD plant, daß
sämtliche Arbeitsbereiche von den Adivasis selbst übernommen werden,
gehören hierzu auch die internationalen Beziehungen.
Nach 1997 und 1999 wollten wir nun
auch wieder anlässlich des 29. DEKT 2001 in Frankfurt wiederum eine
entwicklungspolitische Begegnungsreise durchführen. Eine der
wichtigsten Zielsetzungen des Adivasi-Tee-Projektes ist es ja, den
Adivasi in Deutschland eine Plattform zu schaffen, auf der sie
selbständig über ihre Situation berichten können. Außerdem war es die
Erkenntnis, dass unsere Freundschaft und Partnerschaft, will sie
lebendig bleiben, den direkten Austausch und die persönliche Begegnung
braucht. Deshalb beschlossen wir im Juli 2000 auch zum Kirchentag 2001
wiederum eine Adivasi-Delegation aus Gudalur einzuladen.
3. Vorbereitung der Reise
Stan Thekaekara, Mitgründer von ACCORD, war im Anfang Juli 2000 auf
unserem Projekttreffen in Hamm zu Gast. Zusammen mit ihm beschlossen
wir aus den oben genannten Gründen wiederum eine Delegation aus Gudalur
nach Deutschland einzuladen. Es war uns ein wichtiges Anliegen, dass
uns dieses Mal eine gemischtgeschlechtliche Gruppe, die die
verschiedenen Arbeitsbereiche von ACCORD/AMS abdeckt, besucht. Für
unsere eigene inhaltliche Vorbereitung und Weiterbildung veranstalteten
wir noch vom 6.-8. Oktober 2000 ein Seminar zum Thema “Verschuldung und
Globalisierung” in der Kommune Niederkaufungen. Zur weiteren
organisatorischen Vorbereitung des Reiseprogramm der
entwicklungspolitischen Begegnungsreise hatten wir im Vorfeld 3
Arbeitstagungen: vom 17.-19. November in Hamburg, vom 26.-28. Januar in
Marl und vom 27.-29. April in Göttingen. Diese Treffen dienten dazu,
den Ablauf der Delegationsreise in allen planbaren Einzelheiten
vorzubereiten und mit den zwischen den Treffen ankommenden
Informationen aus Indien und sich ergebenden Änderungen auf deutscher
Seite abzugleichen. Zu diesem Zweck wurden wiederum die wichtigsten
Teile unserer Protokolle ins Englische übersetzt und nach Indien
geschickt. Auf jeder Arbeitstagung wurde außerdem ein inhaltlicher
Input zur entwicklungspolitischen Bildung gegeben: z.B. zur Diskussion
um eine nachhaltige Entwicklung oder die neuesten Entwicklungen auf dem
Arzneimittelmarkt. Die Gruppe entwickelte einen
Adivasi-Tee-Projekt-Koffer als ein medienpädagogisches
Unterrichtsmaterial, der sich auf der Tour überaus bewährt hat. Auch in
Indien fanden, teilweise mit Besuch aus Deutschland, mehrere
Vorbereitungstreffen statt, bei denen sich die
Delegationsteilnehmer/innen über Deutschland informierten. Unsere
Videokassette, die wir schon zur Vorbereitung der Gruppe von 1997 nach
Indien schickten erfreut sich immer noch großer Beliebtheit. Weiter
wurde versucht über Fax, Telefon und vor allem email, möglichst viel
Vorbereitung zu koordinieren.
Die indischen
Delegationsteilnehmer/innen konnten sich dieses Mal sehr gut und
speziell auf die einzelnen Veranstaltungsteile vorbereiten, da wir bei
den Besuchen in Gudalur im Januar und März genaue Absprachen über die
jeweiligen Verantwortlichkeiten dafür festlegen konnten.
4. Das Programm der entwicklungspolitischen Begegnungsreise
Spannend im Vorfeld war für die deutschen Gastgeber/innen und
Delegationsteilnehmer/innen die Frage wie wohl die praktische
Gestaltung der Reise einer gemischtgeschlechtlichen Gruppe aussehen
würde. Es stellte sich jedoch bald heraus, dass kein Grund zur Sorge
bestand, da sich die Gruppe aus Indien diesbezüglich als überaus
“pflegeleicht” erwies. Solange genügend “chilli und sugar” im Haus war,
gab es keinerlei Grund zur Beunruhigung.
7.-13. Juni:
Am Donnerstag, den 7. Juni 2001 um 9.45 Uhr MEZ landete die Delegation
aus Gudalur, Tamil Nadu in Düsseldorf. Zunächst einmal war die gesamte
Gruppe und die deutschen Begleiter/innen zum Brunch ins Marler
Pfarrhaus eingeladen. Aus verschiedenen Gründen teilten wir die
Delegation in 2 Gruppen zu je vieren, die bis zur Abreise zum DEKT nach
Frankfurt sowohl in Marl aus auch in Hamm untergebracht waren. Nur so
konnte der Transport, die Unterbringung und sonstige Logistik
bewerkstelligt werden. Zur sog. Südgruppe gehörten Rama, Seetha,
Gopalen und Sreedharan, zur Nordgruppe Ramdas, Kalairasan, Ravi und
Ambika.
Vom 7.-13. Juni in Hamm (Nordgruppe)
Zur Akklimatisierung gab es in den ersten Tagen weniger Programm.
Allerdings war da schon am Freitag ein kurzer Empfang beim Hammer
Bürgermeister, der ihnen das Stadtwappen überreichte. Es kam zur
Diskussion über die regionalen Probleme des Ruhrgebiets, dass sich noch
immer in der Phase der Umstrukturierung einer Bergbauregion befindet
und von hoher Arbeitslosigkeit betroffen ist. Hamm ist vom Abbau von
Arbeitsplätzen im Bergbau besonders betroffen. In dieser Zeit bis zum
13. Juni gab es auch ein gemeinsames Willkommensfest in der Hammer
Kommune. Wie bei den vorigen Reisen machten wir auch dieses Jahr sehr
gute Erfahrungen mit der privaten Unterbringung. Die Adivasi fühlten
sich bei Familien am Wohlsten. Ein solches Wohnen bleibt natürlich
nicht verborgen: Freunde und Freundinnen kommen zu Besuch, Nachbarn
fragen nach der Herkunft der Gäste, schon der Gang in den Supermarkt
oder den Markt wird zum Erlebnis. Es kommt zu zahlreichen
interkulturellen Begegnungen im Alltagsgeschehen. Am Samstag waren für
beide Gruppen Ausflüge in die Region angesagt: die Hammer Gruppe fuhr
nach Münster, der Stadt des Westfälischen Friedens, um im Schlosspark
zu picknicken, den Dom und die astrologische Uhr, die Altstadt und beim
Eis die Fahrradrikshas zu bestaunen. Da Markttag war, erregte die
hochmoderne Straßenkehrmaschine, die in einer halben Stunde den
gesamten Domplatz vom Unrat befreite, schockiertes Staunen. Wie vielen
Menschen hätte man in Indien dafür Arbeit und Lohn gegeben! Es entspann
sich ein kritisches Gespräch über die Ursachen für Arbeitslosigkeit und
Armut in Deutschland und Indien. Am Montag Vormittag waren wir das
erste Mal in einer Schule: nämlich in einer 4. Klasse bei Frau
Wedi-Gütebier in Fraukes Grundschule. Frauke ist eines der Kinder, die
ebenfalls in der Hammer Kommune wohnen. Der deutsche Schulalltag war
für die Adivasi zu Anfang etwas befremdlich. Doch legte sich das als
sie ihre mitgebrachten Ausstellungsgegenstände zeigten und wir langsam
ins Gespräch kamen.
Am Nachmittag waren wir in Maltes
Kindergarten. Malte ist Fraukes Bruder und der Kindergarten ist
gleichzeitig ein Kinderhort, so dass wir einige der Schüler/innen vom
Vormittag wieder trafen. Die Kinder zeigten sich vom mitgebrachten
Adivasibogen und den Geschichten, die die Adivasi von ihrer Art des
Zusammenlebens erzählten, überaus beeindruckt. Selbst Kinder dieses
Alters können auf spielerischem Weg in Inhalte entwicklungsbezogener
Bildung eingeführt werden. Am Dienstag waren wir in einem Hammer
Gymnasium in einer achten und zehnten Klasse, was ebenfalls sowohl
Schüler/innen als auch Unterrichtende (Inder/innen) interessanter
fanden als eine “normale” Unterrichtsstunde. Es zeigte sich wiederum
wie gut die Inder/innen die Brücke zur anderen Kultur schlagen können
und wie gut sich globale Themen an die Adivasi-Lebensart anschließen
lassen. Abends stellten wir das Projekt in der FugE, dem Forum für
Umwelt und gerechte Entwicklung einem großen Kreis Interessierter vor.
Wie auch auf allen anderen Teilen der Tour, konnten wir eine große
Presseersonanz verzeichnen.
Vom 7.-13. in Marl (Südgruppe)
Auch in Marl wurde die Gruppe am Freitag (8.6.) ebenfalls vom
Bürgermeister in der Stadt willkommen geheißen. An seine Frage nach dem
Ziel ihrer Reise entspann sich ein interessantes Gespräch über den
Fairen Handel, die Globalisierung, die auch das Ruhrgebiet stark
betrifft (seit die Kohle aus Australien billiger auf dem Markt ist, was
zur Stillegung vieler Gruben geführt hat) und weitere Inhalte der
entwicklungspolitischen Bildung. Des Weiteren besuchten sie am Freitag
die Akademie für Ältere in Marl. Von der Idee einer Fortbildung von
Senioren in einer solchen Akademie zeigten sie sich begeistert.
Die Marler Gruppe fuhr am Samstag
(9.6.) nach Dortmund, um im Bergbaumuseum Land und Leute und die
Probleme der Region verstehen zu lernen. Ihr Gastgeber in Marl,
Gemeindepfarrer und aus Dortmund stammend, und erwies sich dabei als
überaus kompetenter Reiseführer. Am Montag war auch die Südgruppe im
Kindergarten, der sich in kirchlicher Trägerschaft befindet. Am
Dienstag besuchte sie unter Führung eines der Gemeindeglieder das
städtische Krankenhaus. Eine bewegende Begegnung ergab sich mit einer
Gruppe älterer Menschen, in der die verschiedenen Auffassungen von
Alter in verschiedenen Gesellschaften ausgetauscht.wurden. Eine
ähnliche Erfahrung machte die Gruppe bei einem Vortrag in einer
kirchlichen Akademie für Ältere.
Sonntags kam es zu einem
interreligiösen Gottesdienst und einem anschließenden Gespräch und
Austausch mit der Gemeinde. So fand ein guter interreligiöser Dialog
statt.
Am Sonntagnachmittag traf sich die
Gesamtgruppe im Marler Pfarrhausum die Fahrt zum Kirchentag nach
Frankfurt inhaltlich und organisatorisch noch einmal durchzusprechen.
29. DEKT vom 13.-17. Juni 2001 in Frankfurt am Main
(Gesamtgruppe)
Nach den Tagen des Einlebens und letzter Vorbereitungen fand vom
13.-17, Juni 2001 als einer der Höhepunkte der Reise die gemeinsame
Teilnahme am Kirchentag in Frankfurt mit verschiedenen Beiträgen der
Gruppe statt. Auch dieses Jahr wollten wir gerne den Kirchentag als
einen Teil unserer Kultur und insbesondere unserer Sozialisation
gemeinsam mit der Adivasigruppe erleben. Gleichzeitig bot der
Kirchentag ein ideales Forum für die Adivasi sich vor einer größeren
Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen. Am Abend der Begegnung zogen wir n
die Innenstadt Frankfurts, um an geeigneten Stellen Straßenmusik und
mit Flugblättern auf unsere Veranstaltungen aufmerksam zu machen.
Wiederum hatte uns das Gasthaus Ökumene eingeladen. Dabei bot sich die
Gelegenheit am Donnerstag einen Stand im “global youth village” zu
gestalten. Alle zeigten sich überaus begeistert von der lebendigen und
schönen Atmosphäre im Gasthaus Ökumene.
Zwischen Ständen orthodoxer
Kirchen aus Eritrea und Äthiopien entstand die Atmosphäre eines
interkulturellen Festes, auf dem es an Trommeleinlagen und anderen
Darbietungen musikalischer Art nicht fehlte. Der Stand bot sich
gleichzeitig als Treffpunkt und Ausgangspunkt für das gesamte
Adivasi-Tee-Projekt an. Am Stand luden wir vorbeikommende
Besucher/innen auf eine Tasse Tee ein, kamen in internsive Diskussionen
über unsere Arbeit, nützten die Gelegenheit mit den Adivasi Ausflüge
auf den benachbarten Markt der Möglichkeiten zu machen und dabei
bekannte und interessante Partner/innen zu besuchen. Besonders
interessierte sie dabei natürlich der Themenbereich “Eine Welt”. Der
Stand, den wir mit reichhaltigen Ausstellungsgegenständen,
Bildmaterialien und Texten ausstatten konnten, eignete sich
hervorragend, um beim Gespräch über die Herkunft des Tees Bilder vom
Projekt in Indien zu zeigen, auf unser weiteres Kirchentagsprogramm
hinzuweisen, unsere neuesten Publikationen, wie die ESG-Ansätze 5/2001
und Mari Marcel Thekaekaras “Das doppelte Auge” unters Volk zu bringen.
“Das doppelte Auge” ist der Erfahrungsberich t, der unsere erste
entwicklungspolitische Begegnungsreise 1997 zum Inhalt hat. Mari Marcel
Thekaekara hat die Erfahrungen von Deutschen und Inder/innen gesammelt
und zu einem überaus interessanten und lesenswerten Büchlein
zusammengefasst.
Besonders gefreut hat uns, dass
wir im “global youth village” neben den Schüler/innen der Schulprojekte
aus Bretten und Lauffen (Neckar) sehr viel junge Besucher/innen an
unserem Stand zu Gast hatten. Auf der Abschlussevaluation wurde der
Stand auf dem “global youth village” des Gasthaus Ökumene von unseren
Gästen als eines der herausragenden Ereignisse der diesjährigen Tour
gewürdigt. Es bestand der einhellige Wunsch sich erneut beim Gasthaus
Ökumene, um eine solche Möglichkeit zu bewerben.
Wie schon erwähnt, erlebten unsere
Gäste den Markt der Möglichkeiten als überaus gute und reiche
Gelegenheit sich über Organisationen zu informieren und (teilweise auch
alte) Freund/innen und Partner/innen zu treffen.
Das Adivasi-Tee-Projekt ist als AG
Indienprojekt nach wie vor eine wichtige Arbeitsgruppe innerhalb des
Bundesverbandes der Evangelischen Studentengemeinden in der BRD. Wir
sehen es als eine wichtige Aufgabe an, in diesem Kontext immer wieder
entwicklungspolitische Akzente zu setzen. Deshalb waren wir auch dieses
Jahr wiederum beim Tag der ESG auf dem Hochschulzentrum im
Studierendenhaus des Asta der Uni Frankfurt aktiv. Thema des Tages war
die “Bildung im internationalen Kontext”. Nach der Bibelarbeit, die von
Ofelia Ortega aus Kuba, Rama Sastry und einem Vertreter der ESG als
gemeinsame Dialogbibelarbeit gestaltet wurde, gab A. Ambika (AMS) einen
20 minütigen Erfahrungsbericht zur Aufgabe der Bildung an der
Graswurzelebene in der Arbeit des AMS in Gudalur.
Am Nachmittag kam es zu einem
Theateraustausch zwischen drei Theatergruppen: a) der der ESG, die ein
Stück zum Thema Studium in Deutschland “Die Wahl zur Miss-Bildung”
aufführte, b) die Adivasi-Theatergruppe “Putheri” und c) der
Theatergruppe “Schluck und Weg”, der BUKO-Pharma-Kampagne, die die
Entwicklungen in der aktuellen internationale Arzneimittelpolitik auf
die Bühne brachte.
Im Forum: Gerechte Bildung in
einer globalisierten Welt gestalteten wir den Workshop 3 zum Wert der
Bildung in den sog. “Entwicklungsländern”. Als Ergebnis dabei kann
festgehalten werden, dass sich Ziele und Inhalte der Bildung und die
Priorität, die den unterschiedlichen Bildungsinhalten zu gemessen wird,
unterscheiden. So waren sich die Adivasi und ihre Begleiter/innen
schnell einig, dass für sie die Erziehung und Bildung der Basis und an
der Basis einer Schulung von hochqualifizierten Hightech-Spezialisten,
wie z.B. die der indischen Computerspezialisten der IT-Branche
vorzuziehen ist. Ramdas berichtete, dass sich das Bildungssystem in
Indien in den letzten Jahren seit der Öffnung des indischen Marktes für
ausländisches Kapital 1991 vor allem aber an der Schulung einer sowieso
schon bevorzugten, hochqualifizierten Elite ausgerichtet hat. Vergessen
wurde dabei, dass der sog. “primary education” eigentlich ein viel
höherer Wert zukommen müsste. Ein Student aus dem Sudan erzählt von
seiner Heimat und dem schon seit Jahrzehnten andauernden Bürgerkrieg.
Die Adivasi sind schockiert. Wir alle wissen, ohne Frieden kann dem
unbeschreiblichen Elend unmöglich abgeholfen werden. Bildung ist in
weite Ferne gerückt.
Der Tag wurde mit einer
interkulturellen, interreligiösen liturgischen Feier beschlossen, an
der sich die am Tage mitwirkenden Gruppen beteiligten. Am Samstag
stellten wir im Rahmen einer Veranstaltung im Gasthaus Ökumene unser
Buch “Das doppelte Auge – Adivasi bereisen Deutschland” und die dabei
gemachten interkulturellen Erfahrungen vor.
Bei allen Veranstaltungen auf dem
Kirchentag legten wir besonderen Wert auf die entwicklungspolitischen
Aspekte und das Thema der globalen Gerechtigkeit. Besonders möchte ich
hierbei erwähnen, dass die Gruppe nahezu bei allen Veranstaltungen von
zwei Gruppen von Schüler/innen (7 aus Bretten und 6 Lauffen) und ihren
Lehrer/innen tatkräfig unterstützt und begleitet wurden. Die
Schüler/innen aus der achten bzw. zehnten Klasse wohnten bei uns im
selben Quartier, ergriffen die vielfältig gebotenen Möglichkeiten,
Adivasi-Tee zu kochen und halfen bei allen logistisch und
organisatorisch notwendigen Aktionen. Dabei kam es zu einem überaus
regen Austausch zwischen der Delegation und ihnen. Die Möglichkeiten
der Vertiefung ihres Austausches und der Zusammenarbeit wurden bis weit
in die Nacht diskutiert. Obwohl die Schüler/innen erst keine Lust auf
den Abschlussgottesdienst hatten, kamen sie der Inder/innen wegen mit
ins Frankfurter Waldstadion. Für uns alle wurde dieser Gottesdienst zu
einem intensiven Erlebnis. Die Adivasi und die Schüler/innen zeigten
sich beeindruckt von der politischen Dimension des interreligiösen
Gottesdienstes, die sie so nicht erwartet hätten. “Sharing the cup of
wine” erinnerte die Adivasi an ihre Dörfer und ihre Kultur des Teilens.
Vom 17.- 21. Juni in Hamburg: Das “Tor zur Welt” in
Deutschland (Nordgruppe)
Der Besuch bei der diakonischen Basisgemeinschaft “Brot und Rosen” in
Hamburg hat schon Tradition. Die Basisgemeinschaft beschäftigt sich mit
dem Flüchtlingsthema und lebt jeweils als Gemeinschaft mit Flüchtlingen
aus aller Herren Länder zusammen. Für die Adivasi und ihre deutschen
Begleiter/innen war es eine sehr interessante Erfahrung mit
Flüchtlingen zusammenzuleben. Die Adivasi haben so zuvor noch keine
derartige Erfahrung mit Flüchtlingen und dem Thema Migration als einem
Phänomen der Globalisierung gemacht. Am Montag (18.6.) besuchten wir
unter der Führung einer in der diakonischen Basisgemeinschaft lebenden
Migrantin aus Ghana ein Altenpflegeheim. Für die Gruppe war sehr
schnell klar, dass so etwas mit ihren alten Menschen nicht geschehen
durfte. Die Motivation zum Erhalt ihrer Kultur und Wertschätzung ihrer
Lebensform, in der alte Menschen noch in das Leben der Familie
integriert sind, kam überaus deutlich zum Vorschein. Der Besuch auf der
Terrasse, die einen direkten Blick auf den auf der anderen Seite der
Straße liegenden Friedhof bietet, tat ein übriges dazu.
Danach nahmen wir die Einladung
vom Eine-Welt-Laden “Brahmfelder Laterne” an. Das Ehepaar Jähn, das im
Weltladen auch eine Schulberatungsstelle mit großer Mediothek betreibt,
verwaltet gleichzeitig unsere Ausstellung und eine selbst erarbeitete
Infobox zum Projekt.
Am Dienstag Vormittag (19.6.)
besuchten wir die naheliegende Grundschule, versetzten die
Schüler/innen mit Pfeil und Bogen, Sarees und Dhotis in Erstaunen,
kochten Tee und erzählten dem interessierten Publikum vom Leben der
Adivasi. Am Abend gestalteten wir den jede Woche stattfindenden
“offenen Abend” der diakonischen Basisgemeinschaft, indem wir Indisches
kochten, Dias zeigten, über die neuesten Entwicklungen im Projekt
berichteten und zur Diskussion über Gerechtigkeit einluden. Der
gelungene Versuch der von AMS/ACCORD die Armut unter den Adivasi der
Nilgiris erfolgreich Armut zu bekämpfen, fand besonders bei den in der
Basisgemeinschaft lebenden Flüchtlingen einhellige Zustimmung. Die
Veranstaltung mit über 30 interessierten Gästen aus dem befreundeten
Umfeld der Gemeinschaft wurde als rundum gelungen empfunden.
Am Mittwoch unternahmen wir mit
den Menschen aus der Gemeinschaft einen Ausflug in den Hamburger Hafen.
Staunend beobachteten die Adivasi und ihre Begleiter/innen mit welcher
Geschwindigkeit Ladekräne, die anliegenden, riesigen Containerschiffe
be- und entladen. Uns allen wurde klar, dass Globalität und
Globalisierung unumkehrbare Zustände sind. Entscheidend ist die
Analyse, welche Auswirkungen – sowohl positiver als auch negativer Art
– sie auf die jeweiligen Lebensumstände haben und eigenständig
Lösungskonzepte gegen die nicht gewollten Auswirkungen zu entwickeln.
Wie fruchtbar und wichtig ein solcher Austausch zwischen
Basisgemeinschaft und ACCORD/AMS ist, wurde dabei deutlich.
Vom 21.-26. Juni in Bielefeld/ Gütersloh (Nordgruppe)
Am nächsten Tag (21.6.) fuhren wir gen Bielefeld, um am Abend mit Dias
im Welthaus über die neuesten Entwicklungen im Projekt zu berichten. Am
Freitag fand ein Besuch im Kindergarten, im Altenheim und beim
Seniorencafe statt. Am Samstag besuchten die Adivasi das
FreilicHTMuseum in Detmold und waren sehr beeindruckt über die Art, wie
im Museum die Tradition und die Kultur des Zusammenlebens der
Vergangenheit aufgearbeitet ist. Am Nachmittag stellte sich Besuch von
langjährigen Bekannten aus Emsdetten in Gütersloh ein. Der Kontakt
entstand 1997 beim Gemeindefest in Emsdetten, als Erika Engelbrecht
noch in Emsdetten Pfarrerin war. Als bekannt wurde, daß sich wiederum
Adivasi und Ramdas, der schon 1997 in Emsdetten war, in Gütersloh
aufhielten, verstand es sich von selbst, nach Gütersloh zu kommen, um
die Delegation zu treffen.
Am Sonntag fand in der Gütersloher
Gemeinde Erika Engelbrechts ein entwicklungspolitischer Gotesdienst mit
anschließendem Gemeindeabendessen statt.
Am Montag besuchten die Adivasi
zusammen mit Olaf Dieckwisch die Bielefelder Krankenanstalt Gilead, in
der Olaf zuvor jahrelang gearbeitet hat. Zu Mittag begegneten sie
Schüler/innen des Bielefelder Helmholtzgymnasiums, die sie spontan zum
Mittagessen einluden. Der Kontakt zu den Schüler/innen hatte sich
spontan am Donnerstag Abend im Welthaus ergeben, in dem auch einige
Schüler/innen waren, die sich nochmals mit den Inder/innen treffen
wollten. Hieran zeigte sich wieder deutlich, wie sich Jugendliche für
entwicklungspolitische Themen begeistern können, wenn sie konkreten
Menschen aus einem konkreten Projekt begegnen. Eine modellhafte
Übertragung der Inhalte auf andere und neue Themenkomplexe findet
hierdurch statt.
Vom 26.-29. Juni zu Gast beim Schulprojekt in Lauffen (Neckar)
(Nordgruppe)
Die sog. Nordgruppe fuhr am Dienstag von Bielefeld nach Lauffen weiter,
wo sie bei Heiko Bluhm, einem langjährigen Mitglied des ATP, der dort
als Lehrer arbeitet, zu Gast war.
Ramdas äußerte sich tief
beeindruckt über den Unterrichtsbesuch in der 10. Klassse am Mittwoch:
“Heiko [der Lehrer] has taken a lot of trouble to prepare the children.
In 5 groups he led them to discuss about themselves, about their
visions, values, money, school, leisure time, environment, future,
fears, drugs, to be handicapped, their feelings, war.” Es zeigte sich
in der gemeinsamen Diskussion, dass die größte Angst der Kinder, die
vor Krieg war. Das intensive Gespräch musste aus unterrichtstechnischen
Gründen leider nach zweieinhalb Stunden abgebrochen werden.
Am Donnerstag Vormittag hatte die
Delegation die Möglichkeit eine örtliche Behindertenwerkstatt in
Lauffen zu besuchen. Den Versuch, Behinderte zu integrieren und
sinnvoll mit ihnen zu arbeiten finden sie äußerst interessant und
ansprechend, weil Behinderte in Indien “at a total loss” sind. Durch
Besuche solcher Institutionen werden jeweils intensive Diskussionen
angeregt und der Lebenskontext der PartnerInnen plausibel. Auch
diskutierten wir danach jeweils intensiv über die empfundenen Stärken
und Schwächen der je anderen Gesellschaft. Dieser interkulturelle
Austausch über unsere Werte ist ein wichtiger Teil der Begegnungsreise.
Am Abend fand eine Veranstaltung
im Weltladen von Lauffen statt, bei der die Adivasi von ihrer Arbeit
und den neuesten Entwicklungen auf ihrer Plantage berichteten. Es
bleibt festzuhalten, wie überaus wichtig ein solcher Besuch für eine
Weltladen Gruppe ist, die so die Gelegenheit bekommt, ihre
Produzent/innen und Partner/innen selber kennen zu lernen, und zu
erfahren, welche Auswirkungen, der faire Verkauf ihrer Produkte auf ihr
Leben hat.
Um einen Eindruck von der Region
und ihren Produkten zu bekommen, besuchte die Gruppe in Lauffen
natürlich auch einen Weinberg.
Vom 17.-20.Juni in Zell am Hammersbach (Südgruppe)
Auch in Zell war ein Besuch im örtlichen Schulzentrum angesagt, bei dem
die Delegation vom Schulleiter begrüßt wurde und in verschiedenen
Klassen unterrichtete.
Beim Besuch der Vogtsbauernhöfe im
Schwarzwald zeigten sich die Adivasi erstaunt, daß im 17./ 18. Jh. die
Bewohner von ihrem Landesfürsten zwangsumgesiedelt wurden, um den Wald
vor weiterer Abrodung zu schützen. Viele der bei uns verloren gegangen
Lebensweisen, erkannten sie in dem FreilicHTMuseum wieder. Auch hier
kam es zu spannenden Diskussion mit den SchülerInnen und der deutschen
Gruppe.
Heidelberg am 20. Juni 2001 (Südgruppe)
Nach der Rückkehr von ihrer Famulatur am Gudalur Adivasi Hospital 1991
bauten die beiden Medizinstudentinnen in Heidelberg eine kleine
Unterstützer/innengruppe (die Reisgruppe) auf, die das Hospital
jahrelang mit einer kleinen Geldsumme regelmäßig unterstützte. Daraus
erwuchs die weitere Arbeit der AG Indienprojekt und des
Adivasi-Tee-Projekts. Die Reisgruppe funktioniert folgendermaßen:
einmal die Woche nimmt die Gruppe eine preisgünstige Reismahlzeit ein
als Zeichen der Solidarität mit der reisessenden Bevölkerungsmehrheit
auf diesem Planeten ein und sammelt pro Person jeweils den Betrag einer
Mensamarke ein. Gegen Ende des Jahres wird diese Summe dann nach Indien
überwiesen. Die Partner/innen in Indien waren seit jeher von dieser
Form der direkten Unterstützung von studentischer Seite beeindruckt.
Aus Zell a. H. war die Gruppe direkt aus dem Schwarzwald nach
Heidelberg gefahren, um gemeinsam mit der Reisgruppe zu Mittag zu
essen. Abends fand im Rahmen des Plenums des Eine-Welt-Ladens eine
Veranstaltung mit Dias etc. zum Projekt in Indien statt. Den direkten
Austausch mit den “Supporters” empfanden besonders die Inder/innen als
überaus befriedigend.
Zu Gast bei Schüler/innen und ihrer Lehrerin vom 21.- 25. Juni
in Karlsruhe und Bretten (Südgruppe)
Es hat sich gezeigt, dass unser Engagement im Bereich des
interkulturellen Lernens und der entwicklungspolitischen Bildung eine
Politisierung von Schüler/innen bewirken kann, die der
gesamtgesellschaftlichen Tendenz der Entpolitisierung vor allem in
Schulen entgegensteht. Das Adivasi-Tee-Projekt hat deshalb schon seit
längerer Zeit einen Schwerpunkt in seiner Jugendarbeit und dem
Engagement in Schulen gesetzt. Nach etwa 2 Jahren der regelmäßigen
Besuche und der Zusammenarbeit mit Lehrer/innen hat sich am
Melanchthon-Gymnasium in Bretten eine AG “Eine Welt” gebildet, die sich
nun als Schülerfirma “Tea Spoons” das Ziel gesetzt hat, die Adivasi
durch den direkten Verkauf ihres Tees zu unterstützen und Informationen
an andere SchülerInnen und regionale Weltläden etc. zu geben und sich
dazu regelmäßig einmal die Woche trifft. Tee war für die Jugendlichen
ein idealer Zugang zu entwicklungspolitischem Engagement. Die
“Spoonies” hatten zusammen mit ihrer Lehrerin die Adivasi nach
Karlsruhe und Bretten eingeladen und für sie die Planung und das
Programm übernommen. Ihr Zusammentreffen sowohl auf dem Kirchentag als
auch in Bretten/ Karlsruhe haben alle Beteiligten als vertiefend und
für ihre Kooperation überaus motivierend verstanden.
Dabei kam es zu einem regen
Austausch sowohl auf einer formellen als auch auf informellen Ebene. Es
entstanden Brieffreundschaften.
Am Donnerstag Vormittag waren die
Adivasi zu jeweils zwei Doppelstunden bei der achten und in der
sechsten Klasse am Melanchthon-Gymnasium. Dabei zeigten sie Dias,
probierten mit den Kindern Dhotis, und Sarees aus, malten sich Bindis
auf die Stirn, probierten den mitgebrachten Pfeil und Bogen der Adivasi
aus, übten sich im Adivasitanz und im Tragen von Wassergefäßen.
Anschließend wurde in der Schulküche für alle Mittagessen und Tee
gekocht. Fabian aus der achten Klasse fand das alles “very interesting”
und “very nice” und war der Meinung, dass der Besuch der Adivasi bei
ihrem Schulprojekt sogar noch besser als der Kirchentag war, weil
beide, Schüler/innen und Adivasi, noch mehr Zeit für einander hatten.
Die Art, wie die Schüler/innen ihre Englischkenntnisse anwandten und
mit den Inder/innen interagierten erstaunte nicht nur ihre
Englischlehrerin. Am Freitag Nachmittag schauten sich Schüler/innen und
Adivasi das Zentrum für Kunst- und Medientechnologie an. Die Kinder
hatten für den Abend ein gemeinsames Essen im Sinne der Nachhaltigkeit
und der Lokalen Agenda 21 bewusst mit Spezialitäten aus der Region
organisiert.
Rama stellte bei der
Abschlussevaluation der Tour heraus, dass ihre Lehrerin Tina ein
besonderes Vertrauensverhältnis zu ihren Schüler/innen aufgebaut hat,
das sie so nirgends mehr gesehen hat: “She is like a friend to the
Spoonies”. Für sie war es: “very sad to leave the children, very
difficult to leave, because the children did so much with us.”
Übereinkommend waren alle der Meinung, dass sie gerne noch mehr Zeit
mit dem ”Tea-Spoon-Club” verbracht hätten.
Statements bei der
Abschlussevaluation zu den Schulprojekten und der Jugendarbeit:
- Ambika: “It is very useful to give young people the
oportunity to do something useful for others.” We have to create these
opportunities.”
- Rama: ”Relevance to their lives comes only if they do
something to others.”
Die Gruppe der Inder/innen kam überin, dass sie: ”they want to ask
their youth whether they want to involve German youngsters in their
work in the villages.”
Vom 25.-28. Juni zu Gast in Tübingen (Südgruppe):
In Zusammenarbeit mit dem Entwicklungspädagogischen Informationszentrum
Reutlingen (EPIZ) führten wir am Montag Nachmittag eine Fortbildung für
Multiplikator/innen und Mitarbeiter/innen des EPIZ zum Thema “Eine
Teeplantage als Globales Klassenzimmer” durch. Vorgestellt wurde das
spannende pädagogische Konzept der Adivasi, in dem sie den zu ihrer
Teeplantage gehörenden Wald zum großen grünen globalen Klassenzimmer
werden lassen. Die Adivasi führen auf dem Gelände der Madhuvana
Tea-Plantage und dem dazugehörenden Wald sog. “children’s camps” durch,
in denen sie Kultur und Wissen der Adivasi an ihre Jugend weitergeben.
Das DIFÄM hatte die Delegation für
den Dienstag zu Besuch und Gespräch eingeladen. Besonders spannend
waren der Bericht über die Arzneimittelhilfe des DIFÄM und ihre
Vergabekriterien. Bildung ist auch in Indien eines der wichtigsten
Themen. Die Delegation hat sich deshalb im Vorfeld auch einen Besuch in
einer Waldorfschule quasi als Kontrast zu den “normalen” staatlichen
Schulen gewünscht. Dieser konnte am Mittwoch in der Tübinger
Waldorfschule stattfinden. Nach dem Besuch der Schule und einer
interessanten Diskussion mit den Lehrer/innen wurde engagiert über
verschiedene pädagogische Bildungs- und Schulkonzepte und welcher Art
die Bildung der Zukunft sein sollte diskutiert. Am Abend gestaltete die
Gruppe einen Gottesdienst im Kreis der Tübinger Friedensbewegung. Wie
auf allen Abschnitten der Tour war die Gruppe auch hier in einer
Familie untergebracht.
Vom 28. Juni bis 1. Juli zu Gast bei der Gruppe des Weltladens
“El Mundo” in Schorndorf (Südgruppe)
In Schorndorf findet sich eine überaus engagierte Gruppe, die den
Weltladen “El Mundo” auf ein neues Fundament gestellt hat. In dieser
Gruppe hat sich ein Arbeitskreis von Lehrer/innen gebildet, die sich
besonders der Organisation und Durchführung von Schulprojekten
hinsichtlich des globalen Lernens verschrieben hat. Die Delegation
hatte so die Möglichkeit drei verschiedenen Klassen Unterrichtsbesuche
von jeweils 2 Schulstunde abzustatten. Am Donnerstag Vormittag kochten
wir in jeweils zwei vierten Klassen mit den Kindern Tee, zeigten, Pfeil
und Bogen, probierten Dhoti und Saree an, erzählten vom Leben der Tiere
und Menschen in den Wäldern der Nilgiris. Durch diesen praktischen
Einstieg konnten wir die SchülerInnen immer für den
entwicklungspolitsichen Themankomplex begeistern.
Die Fahrt ins Mercedes-Benz-Museum
diente nicht nur touristischen Zwecken, sondern führte zu einer
fruchtbaren Diskussion über Technik und der Notwendigkeit ihrer
Beschränkung.
Am nächsten Tag gestalteten wir in
der Realschule in Klasse 5 ein ähnliches Programm, das derart gut
ankam, dass uns die Kinder in den nächsten Tagen noch einige Male
aufsuchten. Einige brachten sogar ihre Eltern mit, um sie den
Inder/innen vorzustellen. Die Klassen waren alle gut auf das Thema
Indien und Adivasi vorbereitet. (Gemalte Indienfahnen und das Modell
eines Tempels wiesen auf die vorhergegangenen Stunden.) Am Freitag
Abend war die Gruppe eingeladen beim 1. Schorndorfer Agenda Fest im
Rathaus, mit Ausstellung, Musik, Dias, Gespräch und gemeinsamem Tanz
ihr Projekt vorzustellen und damit den Nord-Süd-Aspekt, d.h. den Aspekt
des gerechten Ausgleichs zwischen Nord und Süd innerhalb der Diskussion
um eine nachhaltige Entwicklung zu verdeutlichen. Ca.80 bis 100
Interessierte waren ins Rathaus gekommen, um den erst vor einem halben
Jahr begonnenen Prozess der Lokalen Agenda kennen zu lernen. Ein
weiteres Mal hat sich erwiesen, dass sich eine gute Vorbereitung der
Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit einer örtlichen Gruppe lohnt.
(Zur Veranstaltung siehe Zeitungsbericht in der Anlage.)
Vom 29. Juni bis 1. Juli Seminar in der evangelischen Akademie
Bad Boll: “Das Überleben indigener Völker in einer globalisierten Welt”
(Nordgruppe)
Ziel des Seminars war es gemeinsam mit den Adivasi über Phänomene der
Globalisierung nachzudenken. Dazu boten wir den Adivasi die
Gelegenheit, als Hauptreferent/innen mit Kurzreferaten, mit
Theaterstücken, Liedern, Musik und Tänzen in Arbeitsgruppen über ihr
Leben und ihren Alltag zu berichten. Im Mittelpunkt der Tagung stand
die interkulturelle Begegnung mit den Adivasi. Welche Strategien haben
sie gegen die Gefährdungen der Globalisierung entwickelt? Welche
kulturellen Werte und Traditionen sind ihnen dabei hilfreich? Wie
organisieren sie sich? Welche Unterschiede gibt es zu den normalen
indischen Gesellschaftsstrukturen (z.B. Kastensystem oder westliche
Orientierung) und wie schützen sie sich davor, von diesen vereinnahmt
zu werden? Gibt es gemeinsame Probleme und Lösungsansätze indigener
Völker? Welche Vernetzungen gibt es und welche können darüber hinaus
geschaffen werden? Seminarsprache war Englisch mit Übersetzungshilfen
aus dem Tamil/ Malayalam und ins Deutsche.
Am Freitag Nachmittag kam die
“Nordgruppe” aus Lauffen in Bad Boll an. Die Südgruppe stieß am Samstag
Nachmittag aus Schorndorf kommend zu den Workshops und dem Fest zur
Seminargruppe dazu. Am Freitag Abend gab es zwei Einführungen, sowohl
in die Arbeit des Adivasi-Tee-Projektes als auch in die Arbeit von
ACCORD/AMS und ins Thema des Seminars (Ravi und Ramdas).
Nach einem kurzen warming-up gab
es am Samstag Morgen drei wichtige Referate:
- Ramdas: Education and the survival of indigenous languages
- Ravi: Survival of indigenous livelihood systems (focus:
agriculture and forest)
- Christiane Fischer: Results of TRIPS on the global health
situation
Am Nachmittag fanden 4 workshops zu den folgenden Themenbereichen
statt:
- Ambika: The effect of globalization on indigenous health,
survival of traditional helth systems
- Kalairasan: Survival of indigenous cultural forms
- Networking from the grassroots and self organisation
- Survival of and as communities – Indian society
Es erwies sich als immenser Vorteil, dass wir weite Teile des Seminars
schon in Indien planen konnten, so dass die Adivasi ihre inhaltlichen
Inputs schon in Indien vorbereiten konnten.
Am Abend fand eine große
interkulturelle Party statt, auf denen die Adivasi uns ihre Tänze
zeigten, wir ihnen Walzer- und Polkatanzen beibrachten. Susanne, eine
Teilnehmerin meinte dazu: “Interkulturelles Lernen und die
Beschäftigung mit den Seiten der Globalisierung muss nicht immer nur
ein Problemwälzen sein, es kann und soll auch Spaß machen. Dazu gehört
auch das gemeinsame Feiern, Musikmachen und Spaß haben.”
Der Sonntagmorgen begann mit einer
Naturmeditation und endete mit der Vorstellung der Ergebnisse aus den
Workshops des Samstag Nachmittags. Schlussevaluation zu Bad Boll,
statements der Delegation:
Good stay, good food, food
adjusted to the Indian taste, good arrangements, good and intensive
workshops and discussions. ”This Adivasi-culture is under threat.” Das
war eine wichtige Erkenntnis der Adivasi. Sie bildet eine neue
Motivation, sich für ihre Kultur einzusetzen, um sie zu erhalten. The
evening was very nice: also to learn the German Polka and Waltz. ”But
please, don’t send this video tape to India.” ”We want to do again a
seminary in Bad Boll.”
Die ev. Akademie Bad Boll erfasst
einen Kreis Interessierter, den wir bisher nur eingeschränkt erreichen
konnten. Das Seminar gewann durch seine intensiven und dichten
Diskssuionen, die zu einer konkreten Strategieentwicklung führten.
Insgesamt denken wir, dass wir wieder ein Seminar dort veranstalten
werden.
2. Juli bis 9. Juli: Sommerschule des Adivasi-Tee-Projektes in
Schneeberg im Erzgebirge (Gesamtgruppe)
Ganz wichtig war die Sommerschule im Erzgebirge, um ein Zusammentreffen
der Gesamtgruppe des Adivasi-Tee-Projektes mit den Teilnehmer/innen der
Delegation zu ermöglichen. Zu Spitzenzeiten, wie dem letzten Wochenende
waren wir so 35 Menschen im “Huthaus” (ein “Huthaus” ist das Haus, in
dem der Gruppenführer einer Gruppe von Bergleuten wohnte). Auf ihr
sollte es in erster Linie um die Evaluation der Sommertour 2001, die
Bestandsaufnahme der bisher geleisteten gemeinsamen Arbeit und die
Begegnung des Gesamtprojektes gehen. Ebenfalls waren viele Menschen
anwesend, die obwohl sie nicht die Zeit gefunden hatten bei den
bisherigen Stationen der Tour aktiv dabei zu sein, an den bisherigen
Erfahrungen der Gruppe teilnehmen wollten. Deshalb führten wir zum
bereits bestehenden Programm eine einstündige regelmäßige Einheit am
Morgen ein, in der wir gezielt über einzelne Reiseabschnitte erzählten.
Dazu führten sowohl Inder/innen als auch Deutsche sogenannte Interviews
mit Einzelpersonen der Gruppe durch, in denen auch persönlichere Fragen
gestellt wurden. Von indischer Seite besonders häufig wurde die Frage
nach der persönlichen Motivation, beim Adivasi-Tee-Projekt mitzumachen,
gestellt. Diese Interviews dienten dem besseren, d.h. persönlicheren
Kennenlernen der Gruppe.
Dazu machten wir an allen Tagen
Ausflüge in die nähere Umgebung: 1.) das Erzgebirge ist eines der
ältesten Erzabbaugebiete in Deutschland. Seit 1500 wurden hier
verschiedenste Erze abgebaut (Kobald, Silber, Kupfer etc.). Im Laufe
der Woche machten wir verschiedene Exkursionen, um z.B in 80 Meter
Tiefe einen ehemaligen Grubenschacht zu begehen und einen modernen
Steinmetzbetrieb zu besichtigen. Die so erfahrenen Lebenskontexte
wurden in Nachmittagseinheiten, in denen wir gobale Armutsanlys
betrieben, intensiviert. Strategien zur Bekämpfung der Armut wurden
entwickelt.
5. Nachbereitung
Am Wochende in Schneeberg 7./8. Juli fand die Evaluation der gesamten
Tour statt. Noch weitere Mitglieder des ATPs stießen zur Gruppe dazu.
Im zweiten Teil diskutierten wir auch Fragen der weiteren
Zusammenarbeit. Insbesondere spielte dabei eine Rolle, welche
Zielgruppen das Adivasi-Tee-Projekt auf welche Art und Weise ansprechen
sollte (Eine-Welt-Gruppen, Kirchengemeinden, SchülerInnen, Kommunen).
Es wurde betont, daß die Multiplikatorenwirkung dieser Begegnungsreise
für beide Seiten als sehr hoch einzuschätzen sei. Besondere Beachtung
fand unsere Schüler/innenarbeit in den verschiedenen Schulprojekten
(siehe dazu auch Ramdas Bericht).
Auf der Tour konnten alte
Verbindungen zur gepa und zur ESG (auf dem Kirchentag) vertieft werden.
Alle diese Kontakte werden auf lokaler Eben weitergepflegt, auch um
unser Informationsmaterial zu verbreiten. Die Multiplikatorenwirkung
besteht auch für die Adivasi selbst: 6 von insgesamt 18.000 haben von
vielen ermutigenden Eindrücken zu erzählen. Auch auf bundesstaats- und
nationaler Ebene wird die Wirkung nicht zu unterschätzen sein, da AMS
und ACCORD in zahlreichen Netzwerken vertreten sind. Dies wird auch aus
dem Bericht deutlich, den die Delegation nach ihrer Rückkehr erstellt
hat.
Unsere Zielvorstellungen, den
Adivasi Gehör zu verschaffen, einen Austausch mit diesem Projekt zu
beginnen und eine gleichberechtigte Partnerschaft mit den Adivasi
selbst ins Leben zu rufen, sind ausnahmslos erfüllt worden.
Auch die entwicklungspolitischen
Fragestellungen zum Welthandel (insbesondere die Rolle und die
Einflüsse der WTO), zur Armutsanalyse sowie zu globalen Ursachen und
Möglichkeiten der Bekämpfung von Armut wurden nach Ansicht aller
Beteiligten hinreichend behandelt und diskutiert. Diese Fragestellungen
spielen insofern eine Rolle bei dem Projekt und der
entwicklungsbezogenen Zusammenarbeit, als alle Mitglieder in der
Weiterentwicklung der Projektidee ein lokales Modell für den Umgang mit
Armut sehen. Unseren Gästen wurde mit jedem Tag ihres Aufenthalts
deutlicher, welche Bemühungen hinter der Fundraising-Kampagne für ihre
Teeplantage stehen und wie dieses Bestreben sich in die vier
Schwerpunkte des Indienprojektes einordnet:
- direkte Zusammenarbeit mit AMS und ACCORD
- Entwicklungsbezogene Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu
Fragen wie weltwirtschaftliche Zusammenhänge und Analyse der
Armutsursachen und Möglichkeiten der Armutsbekämpfung
- Bildungsarbeit zu Situation und Kontext der Adivasi
- Fundraising-Kampagne für die Teeplantage.
Die Adivasi hatten wiederum Gelegenheit Kontakt mit Menschen zu haben,
die ähnliche Werte wie sie haben (z.B. was Gemeinschaft betrifft) und
sich aus diesem Grund so für dieses Projekt einsetzen. Zu den wenigen
schon bestehenden persönlichen Banden kamen weitere hinzu. Es wurde
auch deutlich, daß es trotz Sprachschwierigkeiten (nicht alle Gäste
konnten Englisch) möglich war, sich trotzdem durch Körpersprache zu
verständigen, oder bei komplizierteren Themen war immer jemand zur
Stelle, der ins Englisch, Tamil oder Malalayam übersetzte.
Insgesamt war eine wichtige
Erfahrung, daß Adivasi keine Schwierigkeiten haben, sich an eine fremde
Umgebung zu gewöhnen. Es gab keine nennenswerten Kulturschocks für sie,
da sie sich darauf eingestellt hatten, daß sie aus ihrer gewohnten
Umgebung herauskommen würden.
Es war wiederum sehr beeindruckend
zu sehen, wie sie mit Worten und Gesten ihre Situation vor einem
Publikum dargestellt haben. Das gibt uns große Hoffnung für künftige
Verhandlungen, die sie selbst in die Hand nehmen werden.
Die bedeutendste Folge dieser
Begegnungsreise war für beide Seiten, daß es nunmehr einen ungleich
größeren persönlichen Bezug zueinander gibt, der keinen Zweifel daran
läßt, daß dieser Austausch weitergeführt wird. Der Besuch der Adivasi
war wiederum ein wichtiger Schritt hin zu einer gleich berechtigten
Partnerschaft, weil jetzt der Kontakt zunehmend mit diesen selbst
erfolgt. Entwicklungspolitisches Lernen braucht den direkten Kontakt
bzw. die direkte Auseinandersetzung mit Menschen verschiedener
Kulturkreise. Solidarität aufgrund persönlicher Beziehungen ist
hilfreicher als spendables Mitleid, bei dem die Helfer ihre Macht in
verschleierter Form weiter behalten. Die Nacharbeit und Weiterarbeit
ist beim Indienprojekt eingebettet in die regelmäßigen
Wochenendsitzungen und Seminare, die alle 2 Monate stattfinden. Für das
Jahr 2001 sind noch drei weitere Treffen geplant, auf denen wir weitere
Planungsarbeit leisten werden.
6. Weiterarbeit
Um diese Partnerschaft auch auf einen regelmäßigen
Informationsaustausch basieren zu lassen, wurde vereinbart, möglichst
bald neue Kommunikationsmedien wie z.B. e-mail einzusetzen und den
brieflichen Kontakt durch regelmäßige Informationsrundschreiben
weiterzuführen und zu intensivieren. Es steht in naher Zukunft zu
erwarten, dass der Adivasi Tee von der Madhuvana-Teeplantage und von
der Adivasi Tea Leaf Marketing Soc. von der gepa im größeren Umfang
nach Deutschland importiert werden wird.
Unsere Gäste luden uns und
besonders auch die Schüler/innen, von denen sogar zwei nach Schneeberg
gereist waren, zum Abschluß zu einem Gegenbesuch in Gudalur ein.
Im Juni 2003 findet in Berlin der
nächste Kirchentag statt. Alle bestehenden Kontakte (Bundestag, MdBs,
ESG, Aktion solidarische Welt, Heinrich Bäll Stiftung DW,
Adivasi-Koordination, EZE, Einzelpersonen) werden weitergepflegt.
Außerdem wird das Indienprojekt seine entwicklungsbezogene Arbeit
fortführen und versuchen, neue Mitglieder dazuzugewinnen.
7. Kritische Bewertung
Finanzielle Schwierigkeiten gab es während der Rundreise keine. Es
bedarf in unserem Projekt weiterhin einer hauptamtlichen Kraft, um die
anfallende Arbeit voll leisten zu können.
8. Vorschläge an den ABP
Mari Thekaekara, Mitgründerin von ACCORD und Journalistin, hat nach der
Rückkehr der ersten Adivasi-Delegation 1997 unter dem Eindruck der
ersten Schilderungen die Idee geboren, ein Buchprojekt über die
beiderseitigen interkulturellen Erfahrungen zu verwirklichen. “Das
doppelte Auge” liegt nun gedruckt und gebunden seit März diesen Jahres
vor. Das Buch bildet für die interessierte Öffentlichkeit eine
Möglichkeit, ein weit differenzierteres Bild von einer solchen
Begegnungsreise zu bekommen als ein Bericht dies leisten kann.
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