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Der Fuchs und der Hase
Es war einmal ein Fuchs, der hatte großen Hunger. Also ging er in den
Wald, um ein paar Früchte oder Gemüse zu finden. Aber er hatte keinen
Erfolg; alle Bäume schienen leer gefressen zu sein und so ging er
traurig wieder nach Haus. Da sah er einen Hasen im Schatten eines
Baumes schlafen. Er weckte ihn auf mit den Worten: "Ich habe großen
Hunger!" Der Hase bat den Fuchs, sich zu ihm zu setzen, und fragte ihn,
was los sei. "Ich war zwei Tage lang krank und konnte nicht zur Arbeit
gehen, jetzt habe ich kein Essen mehr im Haus und bin sehr hungrig."
antwortete der Fuchs, dem schon der Magen knurrte. Der Hase hatte aber
selbst gerade all seine Vorräte aufgegessen und deshalb eine Pause im
Schatten gemacht. Die beiden überlegten gemeinsam, was sie nun tun
sollten und wo sie Essen finden könnten. Da hatte der Hase Mitleid mit
dem Fuchs und schlug vor, er könne sich auf der nahen Bananenplantage
vollfressen. Dort habe der Landlord gerade eine Menge Bananenstauden
gepflanzt und es gäbe keine Aufpasser; die Früchte fielen einfach so
auf die Erde. Als sie dort ankamenm, glitzerten die Bananenblätter
silbrig in der Sonne und ein leichter Bananenduft wehte ihnen entgegen.
Auf einmal sahen sie jemanden auf sich zukommen. Der Hase bekam Angst,
rief: "Da kommt der Plantagenbesitzer, komm schnell, laß uns abhauen!"
und rannte davon. Der Fuchs aber guckte etwas genauer hin und als er
sah, daß es nur eine Vogelscheuche war, wollte er den Hasen
zurückholen, der war aber schon über alle Berge. Der Fuchs dachte sich,
"gut, wenn der Hase Angst hat, lasse ich ihn laufen, ich aber werde
essen." Nachdem er sich den Magen vollgeschlagen hatte, legte er sich
mit seinem dicken Bauch unter die leergefressenen Bäume und schlief
genau unter einer riesigen violetten Bananenblüte ein. Er schlief so
tief, daß er nicht mitbekam, was um ihn herum passierte.
Nachdem er ausgeschlafen hatte,
wachte er mit einem langen Gähnen auf und wollte gerade wieder
aufspringen, um weiter zu fressen. Da bemerkte er um sich herum alle
Plantagenarbeiter, sie sehr böse Gesichter hatten und einen Kreis um
ihn herum formten. Dann stürzten sie auf ihn ein und verprügelten ihn.
Als der Fuchs völlig fertig am Boden lag, dachte er sich "Es reicht
nicht aus, daß ich lerne, wie man klaut. Ich muß auch lernen, meine
Spuren zu verwischen!"
Die Kranichfrau und der Fuchs
Es lebte einmal eine Kranichfrau im Wald und als die Zeit gekommen war,
daß sie Eier legen und Junge ausbrüten wollte, da suchte sie sich einen
geeigneten Baum und baute ihr Nest genau in einer Astgabel. Da hatte es
guten Halt und war auch noch von Blättern geschützt. Als alles fertig
war, legte sie jeden Morgen ein paar Eier in das Nest. Eines Tages
striff ein Fuchs auf der Suche nach etwas zu fressen durch den Wald. Er
war faul und hatte keine Lust, sich für sein Essen großartig
anzustrengen. Er kam an verschiedenen Sträuchern vorbei, an denen
Beeren hingen, die er hätte fressen können, aber davon wäre er nicht
satt geworden. Also trottete er weiter und hielt Ausschau nach kleinen
Tieren, die er ohne viel Anstrengung fangen könnte. Er sah einen Hasen
vorbeihoppeln, aber der war ihm zu schnell. Etwas später sah er ein
Reh, das über eine Lichtung rannte, aber auch das war ihm zu schnell.
Als der Fuchs nun an dem Baum der Kranichfrau vorbeikam und die Eier
sah, da lief ihm das Wasser im Munde zusammen. Er versicherte sich mit
einem hastigen Blick, ob die Eier auch wirklich unbeobachtet waren, um
dann schnell zu dem Nest herauf zu klettern und die Eier zu klauen. Er
freute sich unglaublich über sein gefundenes Fressen, und ging
glücklich und satt davon. Die Kranichfrau kam abends von ihrer Arbeit
zurück und sah, was passiert war; sie wurde sehr traurig und begann zu
weinen. Nach einer Nacht, in der sie kaum geschlafen hatte, legte sie
aber am nächsten Morgen wieder Eier in ihr Nest und ging weg, um zu
arbeiten. Und wieder kam der Fuchs, der sich den Baum gemerkt hatte und
sich schon darauf freute, für sein Essen wieder nur so wenig tun zu
müssen. Er fraß die Eier und verschwand wieder. Als die Kranichfrau an
diesem Abend nach Hause kam, war sie wirklich verzweifelt und wollte
wissen, wer so gemein sein konnte und ständig ihre Eier fraß. In der
Nacht konnte sie vor Kummer nicht schlafen. Und als sie so wach in
ihrem Nest saß, überlegte sie, was sie gegen den Dieb tun könnte. Sie
heckte einen Plan aus und legte am nächsten Morgen wieder einige Eier
in ihr Nest, ging aber nicht weg, sondern versteckte sich in den
Büschen hinter den Blättern und wartete auf den Dieb. Von den Blättern
gut verdeckt spähte sie auf den Weg. Als der Fuchs wieder kam, um die
Eier zu fressen, wollte die Kranichfrau sich rächen. Sie fragte den
Fuchs: "Möchtest du die Welt einmal von oben sehen?" Der Fuchs wollte
nicht dumm erscheinen und sagte "Aber wie soll das gehen, ich kann
nicht so fliegen wie du" Aber die Kranichfrau schlug vor, der Fuchs
könne in ihren Schwanz beißen und sich so festhalten. Da stimmte der
Fuchs zu und sie verabredeten sich für den nächsten Tag. Als die Zeit
gekommen war, flogen die Kranichfrau und der Fuchs gemeinsam über das
Land. Unter ihnen sahen sie den Wald, die saftig grünen Blätter und der
Bäume sahen von oben ganz anders aus als von unten. Gebannt starrte der
Fuchs auf die Landschaft, die ihm völlig neu erschien, obwohl er sie
doch sehr gut kannte, und die nun unter ihm immer kleiner wurde. Sie
flogen so hoch wie die Kranichfrau fliegen konnte und dann fragte die
Kranichfrau: "Fuchs, kannst du jetzt alles genau sehen?" Und der Fuchs
antwortete: "Hmm...," ohne seinen Mund zu öffnen. Aber die Kranichfrau
forderte ihn auf, richtig mit ihr zu sprechen und zu sagen, was er
sehe. Da öffnete der Fuchs den Mund, um der Kranichfrau zu antworten;
im gleichen Moment verlor er den Halt und fiel zu Boden. Im nächsten
Augenblick war der Fuchs tot.
Nun konnte die Kranichfrau
ungestört ihre Eier in ihr Nest legen und ausbrüten. Als die Kinder
etwas älter wurden erzählte die Mutter ihnen von dem Fuchs und warnte
sie vor solchen Gefährten.
Der Fuchs und der Löwe
Es war einmal ein Fuchs, der lebte im Wald. Eines Tages, als der Fuchs
sehr hungrig war, machte er einen Spaziergang. Er lief vorbei an den
großen, alten Bäumen, von denen einige wunderschöne, bunte Blüten
hatten. Seine Füße striffen durch das Gras am Boden und manchmal
sackten sie in dem schlammigen Untergrund ein wenig ein. Er versuchte,
durch die dichten Büsche um ihn herum etwas zum Fressen zu erspähen.
Einige bunte Vögel drehten kreischend ihre Runden über seinem Kopf. Da
sah er auf einmal einen toten Elefanten liegen, der sah wie ein großer
grauer Hügel aus und sich nicht bewegte. Der Fuchs freute sich, so viel
Fleisch gefunden zu haben; nun konnte er essen bis sein Hunger gestillt
war und noch einen großen Vorrat anlegen. Er biß in den Bauch des toten
Tieres. Aber anstatt etwas abzubeißen, stieß er mit den Zähnen auf, was
ihn schmerzte, denn der Elefant war so hart. Weil der Elefant schon
lange Zeit tot war, war das Fleisch sehr trocken geworden.
Traurig ging der Fuchs weiter;
sein Hunger wurde immer größer und er überlegte, was er nun machen
sollte. Zufällig kam ein Löwe vorbei und plötzlich hatte der Fuchs eine
Idee. Er fiel vor dem Löwen auf die Knie, schaute ihn mit großen Augen
an und sagte ehrfürchtig "Löwe, Du bist der wahre König des Waldes!"
Und der Löwe fragte, was der Fuchs von ihm wollte. "Du bist der wahre
König des Waldes," wiederholte der Fuchs. "Nicht weit von hier liegt
ein toter Elefant und alle Tiere sind zusammengekommen, um ihn
aufzufressen. Ich aber habe sie davon abgehalten und gesagt, wir müßten
zunächst unserem König das Fleisch anbieten." Als der Löwe dies hörte,
fühlte er sich sehr geschmeichelt, stolz legte er seinen Kopf in den
Nacken und schüttelte seine goldig schillernde Mähne. Er bat den Fuchs
darum, ihn zu dieser Stelle zu bringen.
Während sie gemeinsam zu dem toten
Elefanten schritten, ließ der Fuchs sich noch einige Schmeicheleien für
den Löwen einfallen. Als sie schließlich den Elefanten erreicht hatten,
biß der Löwe ein großes Stück von dem Elefanten ab und bat den Fuchs,
alle anderen zu rufen, damit sie nun den Elefanten essen konnten. Dann
ging der Löwe wieder fort. Der Fuchs aber fraß schnell und gierig, so
viel, wie er konnte und ging glücklich nach Hause.
Fuchs und Tiger
Geschichte der Bettakurumba erzählt von Devi
Es war einmal ein Paar, das hatte zwei Töchter. Die Eltern waren aber
oft erzürnt, wenn eine der Töchter weinte. Um das Geschrei zu beenden,
drohten sie "Eine von euch geben wir dem Tiger, die andere dem Fuchs."
Da kam eines Tages ein Fuchs am
Haus vorbei und hörte, wie die Eltern die Kinder verängstigten. Der
Fuchs freute sich auf das Mädchen, denn er fand die beiden schön und
anmutig, und dachte ein schönes Leben mit einer von ihnen führen zu
können. Er ging sofort zum Tiger, um auch ihm die gute Nachricht
zukommen zu lassen. So warteten die beiden geduldig auf die ihnen
versprochenen Mädchen und freuten sich auf den Tag der Vermählung. Weil
die Eltern ihre Drohungen aber nicht war machten, beschlossen die
beiden Tiere eines Tages, es sei nun an der Zeit, die Mädchen zu holen.
Also kamen sie zu dem Haus und hielten um die Hände der Mädchen an. Als
die Eltern aber zögerten, ihnen die Mädchen zu geben, drohten die Tiere
mit rauhen Stimmen "Wenn ihr uns eure Töchter nicht geben wollt, dann
fressen wir euch auf". Also stimmten die Eltern den Hochzeiten zu und
die Mädchen gingen mit Fuchs und Tiger.
Eines Tages wollten die Eltern
ihre Kinder besuchen und sie gingen zunächst zum Haus des Tigers. Da
fanden sie aber nur Reh- und Kuhkadaver und bekamen Angst. So gingen
sie also weiter zum Haus des Fuchses. Dort fanden sie ihre Tochter,
diese aber hatte nicht, wie es die Sitte verlangte, ein Mahl
vorbereitet, sondern begrüßte ihren Besuch, ohne Essen anzubieten. Als
die Eltern sie nach dem Essen fragten, sagte sie, sie werde auf ihren
Mann, den Fuchs, warten und dann etwas vorbereiten.
Als der Fuchs nach einiger Zeit
nach Hause kam, nahm er einen langen, hölzernen Stab in die Hand,
schlug damit gegen die Wände und murmelte ein paar unverständliche
Worte. Plötzlich erschien eine fertige, traumhaft gute Mahlzeit auf dem
Tisch. Die Eltern waren ziemlich beeindruckt und die Mutter dachte
sofort an die nahende Hochzeit ihrer Nichte, wofür sie eine Menge Essen
zubereiten mußte. Als die Eltern gingen, steckte die Mutter den Stab
heimlich ein.
Die Hochzeit der Nichte kam und
die Mutter versuchte, den Stab zu benutzen, sie schlug ihn ein paar mal
gegen die Wände und murmelte ein paar unverständliche Worte, aber
nichts passierte, denn sie wußte die Zauberworte nicht.
Glücklicherweise kam in diesem Augenblick der Fuchs und sprach für die
Mutter die Zauberworte. Da erschien auf dem Tisch ein fertiges
Festmahl. Die Mutter freute sich, daß der Fuchs ihr geholfen hatte.
Aber nach dieser Erfahrung wollte sie nie wieder dieses "Zauberessen"
essen, sondern lieber selber kochen.
Die Hündin und ihre Kinder
Es war einmal ein König, der lebte mit seiner Frau in einem Dorf, und
hielt sich eine Hündin im Haus. Der König und seine Frau lebten
glücklich zusammen und so kam es, daß die Königin eines Tages schwanger
wurde. Zur gleichen Zeit wurde auch die Hündin des Königspaares
trächtig. Der König freute sich sehrüber so viel Glück auf einmal. Er
gab seiner Frau Milch und Früchte und bat sie, das Essen mit der Hündin
zu teilen. Die Königin aber fühlte sich in ihrer Liebe verletzt und war
eifersüchtig auf die Hündin, also behielt sie das Essen allein für
sich. So vergingen neun Monate, in denen die Königin neidisch auf ihre
Hündin schaute und meinte, der König liebe diese mehr als sie selber.
Und als die Zeit gekommen war, gebaren die Königin und die Hündin genau
zur gleichen Zeit. Als die Königin ihre Kinder sah, stieß sie vor
Schrecken und Entsetzen einen spitzen Schrei aus, denn es waren
Hundebabies. Als sie aber die Kinder der Hündin sah, war sie noch viel
entsetzter, denn diese hatte zwei wunderschöne kleine Mädchen geboren.
Wütend rannte die Königin zum
Fluss und warf ihre Hundababies weinend ins Wasser, sie zu ertränken.
Aber bevor sie untergingen, kam die Hündin und rettete die kleinen
Tiere. Da die Hündin fühlte, wie unbeliebt sie geworden war, ging sie
mit all ihren Kindern fort und suchte sich im Wald einen Platz zum
Leben. Dort zog sie die Hundebabies und auch die beiden Mädchen auf;
alle wurden schön, gesund und gross. Damit die Mädchen nicht so sehr
auffielen im Wald, malten sie sich die Gesichter schwarz, wenn sie ihre
Höhle verliesen.
Eines Tages kamen zwei junge
Königssöhne durch den Wald und sahen diese beiden schwarz bemalten
jungen Frauen. Sie waren sehr gespannt darauf, wie die Beiden wohl ohne
die Farbe aussahen und trachteten danach, ihre Gesichter in ihrer
ganzen Schönheit und der Originalfarbe zu sehen. Die beiden Königssöhne
berieten sich, wie sie dies anstellen sollten. Danach erzählten sie den
Frauen, sie hätten großen Durst und baten um etwas Wasser. Die beiden
jungen Frauen holten etwas Wasser und reichten es ihnen. Die
Königssöhne aber tranken das Wasser nicht, sondern schleuderten es auf
die jungen Frauen, so daß sie deren Gesichter in ihrer ganzen Schönheit
sehen konnten.
Von diesem Anblick waren die
Königssöhne so beeindruckt, daß sie wünschten, die beiden Frauen zu
heiraten. Sie nahmen die Frauen mit zu ihren Palästen; der ältere nahm
die ältere Frau und der jüngere nahm die jüngere.
Auf dem Weg in den Palast
zerschnitt die ältere Schwester ein Stück Stoff in viele kleine Stücke,
die sie auf den Weg fallen liess, so daß die Hundemutter sie finden
konnte. Und kurze Zeit später kam die Hundemutter, die inzwischen alt
geworden war und besuchte die ältere Tochter. Diese freute sich sehr
und begrüßte ihre Mutter mit einem herrlichen Linsengericht. Während
sie sich unterhielten, erzählte sie ihrer Mutter, wo ihre Schwester
wohnte, so daß die Mutter auch diese besuchen könnte. Daraufhin ging
die Mutter auch die jüngere Tochter besuchen. Diese aber freute sich
nicht, ihre Mutter zu sehen, denn jetzt, wo sie eine Prinzessin war,
schämte sie sich ihrer Mutter. Sie schrie: "Warum kommst du hier her,
ich bin jetzt eine Prinzessin und du blamierst mich nur!" Dann schmiss
sie kochendes Wasser auf die Mutter.
Sehr verletzt und traurig ging die
Mutter wieder zurück zu ihrer älteren Tochter und erzählte ihr, was bei
der Jüngeren passiert war. Unter Tränen sagte sie: "Ich werde bald
sterben, bitte beerdige mich nicht, sondern lege mich in eine
Holzkiste, die du in deinem Zimmer aufbewahrst, öffne die Kiste nach
sieben Tagen."
Bald darauf starb die Mutter und
die Tochter handelte, wie es ihr die Mutter aufgetragen hatte. Als sie
aber die Kiste nach sieben Tagen öffnete, war darin ein grosser Schatz
von Schmuck, Gold und Geld. Davon hörte auch die jüngere Schwester. Sie
war neidisch auf das Geld, also kam sie und fragte, wie die Schwester
an den Schatz gekommen war. Diese erzählte ihr "Ich habe einen toten
Hund in eine Kiste gelegt, als ich diese nach sieben Tagen wieder
öffnete war darin der Schatz." Die Schwester dachte sich "Das ist
leicht, das kann ich auch!" Und sie legte einen toten Hund in eine
Holzkiste. Aber als sie die Kiste nach sieben Tagen öffnete waren darin
Schlangen und Käfer, aber kein Gold oder Geld. Da bekam die junge Frau
Angst.
Die ältere Schwester hatte ein
paar Tage später einen Traum, in dem ihr ihre Mutter erschien. Ihre
Mutter sagte ihr, sie solle an einen bestimten Ort gehen und dort
leben; als die Tochter dies tat, traf sie dort viele Freunde und
Bekannte und wurde glücklich. Die andere Schwester hatte den gleichen
Traum, auch ihr sagte die Mutter, sie solle an einen bestimmten Ort
gehen, aber als sie dort ankam, fand sie keinen einzigen Menschen
sondern nur Schlangen und Käfer. Wieder hatte sie grosse Angst und
fragte sich, was sie fasch gemacht hatte, aber bevor sie den Gedanken
zuende führen konnte, bißs eine Schlange sie und sie fiel tot zu Boden.
Der Tiger und der Fuchs
Es lebte einmal ein Fuchs in einer kleinen Höhle tief im Regenwald.
Hier gab es viele hohe, alte Bäume und dazwischen standen Büsche und
Sträucher. Eines Tages, als er durch den Wald lief, war der Fuchs sehr
hungrig, da traf er einen Tiger vor dessen Höhle. Als der Fuchs sah,
daß der Tiger gerade ein Reh gefangen und getötet hatte, und gerade
anfangen wollte, das Reh zu fressen, da erzählte der Fuchs dem Tiger,
er sei sehr hungrig und bräuchte dringend etwas zu essen. Der Tiger
antwortete: "Sieh, ich habe selbst nicht genug für meine Familie, ich
werde dieses Reh bei meiner Frau und den Kindern lassen und selbst noch
ein Reh fangen, damit wir alle satt werden" Da fragte der Fuchs:
"Lieber Tiger, kannst du mir nicht ein Stück von dem Fleisch abgeben?
Ich habe solchen Hunger." Aber der Tiger antwortete "Nein, so viel
Fleisch haben wir nicht, aber ich kann Dir sagen, wie du selber ein Reh
fangen kannst" Damit war der Fuchs einverstanden und er hörte dem Tiger
aufmerksam zu. "Also, du gehst und suchst dir ein paar dichte Büsche,
dort legst du dich hin und wartest auf ein Reh. Aber leg dich so hin,
daß das Reh dich nicht sehen kann. Wenn dann ein Reh vorbeikommt,
springst du auf seinen Nacken, beißt hinein und tötest das Reh." Der
Fuchs dachte, dies könne nicht allzu schwer sein und ging des Weges. Er
sah unterwegs viele verschiedene Büsche, einige mit bunten Blüten,
andere ohne Blüten, einige standen sehr dicht zusammen, andere standen
dicht neben den Bäumen. Er guckte genau und überlegte, welcher sich
wohl am besten eignen werde, um ein Reh zu fangen. Schließlich
versteckte er sich neben einem Weg, den die Rehe normalerweise
benutzten. Als er einige Zeit gewartet hatte, überlegte der Fuchs, es
könnte schlauer sein, sich auf einem Baum zu verstecken, denn dann wäre
es leichter, auf den Nacken des Rehes zu springen. Und als der Fuchs
auf seinem Baum saß und auf ein Reh wartete, da kam ein Elefant vorbei.
Plötzlich schoß ein Gedanke durch seinen Kopf "Wenn ich einen Elefanten
fange habe ich genug Fleisch für ein ganzes Jahr!" Der Fuchs hatte
völlig vergessen, wie klein er war, also sprang er auf den Nacken des
Elefanten und versuchte, hinein zu beißen. Der Elefant spürte nur en
Kitzeln im Nacken und kratzte sich dort mit seinem Rüssel. Da fiel der
Fuchs zu Boden und war sofort tot.
Der Fuchs
Geschichte der Bettakurumba erzählt von Devi
Es war einmal ein Paar, das hatte einen Sohn. Immer wenn sie etwas
aßen, wollten sie alles allein aufessen und nicht [wie üblich innerhalb
der Familie] teilen.
Der Vater und der Sohn gingen
jeden Tag in den Wald, um Essen zu sammeln und an einem Tag fanden sie
nach einiger Zeit einen Fuchs auf ihrem Weg liegen und sie dachten, er
wäre tot. Da sagte der Sohn "Komm, laß uns den Fuchs mitnehmen, wir
können uns ein schönes Essen machen." Aber der Vater antwortete "Nein,
ein Fuchs reicht nicht für uns alle drei." Also gingen sie weiter und
guckten nach mehr Essen. Und als sie fort waren, stand der Fuchs auf,
der sich nur ausgeruht und ihre Unterhaltung mit angehört hatte. Nun
dachte er sich eine kleine List aus und rannte vor, so daß er die
beiden Männer überholte. Und während sie weiter nach Eßbarem suchten
und sich unterhaltend durch den Wald schritten, fiel ihnen gar nicht
auf, daß der Fuchs sie überholte. Als er plötzlich wieder auf ihrem Weg
lag, freuten sie sich, schon wieder so einen guten Fund gemacht zu
haben und einen zweiten Fuchs für den Abend zu haben. Aber der Vater
meinte, sie sollten noch einen dritten Fuchs finden und dann erst nach
Hause gehen, denn schließlich sein sie ja zu dritt. Also gingen sie
weiter und ließen den vermeintlich toten Fuchs liegen, um ihn auf dem
Rückweg mitzunehmen.
Und wieder lief der Fuchs
unbemerkt an ihnen vorbei und legte sich vor ihnen auf den Weg. Wieder
freute sich der Sohn und sagte "Schau, Vater jetzt haben wir endlich
genug für uns alle und können nach Hause gehen." Diesmal war auch der
Vater einverstanden und sagte "Du, Sohn, gehst und holst die anderen
beiden Füchse und ich werde diesen hier mitnehmen."
Also ging der Sohn los, die
anderen beiden Füchse zu suchen und mitzunehmen. Der Vater aber, der
nur schlecht sehen konnte, suchte diesen Fuchs auf dem Boden. Da
ergriff der Fuchs seine Chance und schnappte sich all die Leckereien,
die die beiden Männer vorher gesammelt hatten, und rannte davon. Der
alte, fast blinde Mann konnte ihn nicht aufhalten. Als der Sohn mit
leeren Händen zurück kam, ärgerten sie sich sehr und mußten ohne essen
nach Hause zurück gehen. Moral: Du solltest immer teilen, auch wenn du
nicht viel hast.
Das Granatapfelmädchen
Es lebte einmal eine Familie mit vier Söhnen in einem Dorf. Nach
einiger Zeit bekamen sie einen fünften Sohn und kurz nachdem dieser
letzte Sohn geboren war, starben beide Eltern. Also zogen die Brüder
diesen Jungen auf. Nachdem die Brüder alle geheiratet hatten, halfen
ihnen auch die Ehefrauen, so daß der Junge viele Leute um sich herum
hatte, die sich um ihn kümmerten. Da nun auch nicht mehr alle im selben
Haus, sondern nur noch im selben Dorf wohnten, hatte er viele
Freiheiten.
Als sie einmal das Fest Vishnu
alle gemeinsam feierten, saß der jüngste Sohn neben seinem ältesten
Bruder. Als dieser ihn sah, bemerkte er, wie dreckig und verlottert der
Junge aussah, fragte er seine Familie: "Kümmert ihr Euch denn nicht um
den Jungen?" und er war sichtlich erregt. Eine seiner Schwägerinnen
antwortete: "Der Junge ist doch nicht unsere einzige Sorge, wir haben
so viele Verantwortungen und so viel Arbeit, wir können nicht ständig
hinter ihm herrennen! Wenn er dir so wichtig ist, dann such ihm doch
ein Granatapfelmädchen und verheirate ihn!" Da wurde der Junge
ärgerlich und sagte: "Ich lasse euch ab sofort in Ruhe und will nicht
mehr zur Last fallen. Ich gehe, das einzige was ich von euch haben
möchte ist ein Pferd und ein Schwert."
Als der Junge seinen Weg durch den
Wald machte, sah er auf einmal auf einem Baum zwei kleine Adlerjungen,
die weinten, weil eine Schlange zu ihnen heraufkletterte. Schnell zog
er sein Schwert und zerschnitt die Schlange in zwei Stücke, so daß die
Vögel gerettet waren. Die kleinen Adler waren sehr froh und bedankten
sich bei dem Jungen. Dann aber fiel ihnen ihre Mutter ein und sie
wußten, wenn die Mutter zurückkommen würde, würde sie denken, der Junge
hätte sie töten wollen. Wahrscheinlich würde die Mutter den Jungen mit
gefährlichen Bissen attackieren, bevor die Kleinen Zeit gehabt hätten,
alles zu erklären. Also versteckten sie ihren Freund in der Nähe.
Und sie hatten Recht: gerade als
die Mutter zurückgekommen war, fragte sie auch schon: "Kinder, ich
rieche Menschengeruch, was ist hier passiert? War ein Mensch bei euch?"
Und die Kinder hatten so die Möglichkeit, die ganze Geschichte zu
erzählen. Als die Mutter dies hörte, wollte sie den Jungen sehen. Die
Mutter mochte den Jungen und fragte ihn, was er hier im Wald mache. Da
erzählte der Junge seine ganze Lebensgeschichte, glücklich, daß sich
endlich jemand für ihn interessierte, und er schloß mit den Worten:
"Und jetzt suche ich eine Frau für mich."
Die Adlermutter fühlte mit ihm und
sagte: "Ich kenne einen Brunnen in der Mitte des Waldes, dort baden
jeden Nachmittag sieben wunderschöne Mädchen, die aus dem Himmel
kommen. Geh dorthin und schaue dir die Mädchen gut an, wenn du dich für
eines entschieden hast, faßt Du ihre Kleider an, um mir zu
signalisieren, auf wen deine Wahl gefallen ist. Faß nicht die Mädchen
selber an, denn dann werden sie im Himmel nicht mehr akzeptiert und
sind auf ewig verstoßen." So ging der Junge zum Brunnen und schaute
sich die Mädchen an. Sie waren alle wunderschön und badeten in dem
Brunnen, während ihre Kleider am Rand liegen geblieben waren. Der Junge
spürte eine Zuneigung zu der siebten Frau, die er besonders schön fand.
Also berührte er die Kleider der siebten Frau und verließ dann
unauffällig den Platz.
Nachdem die Frauen ihr Bad beendet
hatten und sich wieder ankleiden wollten, bemerkten sie, daß die
Kleider der siebten Frau berührt worden waren. Einstimmig beschloßen
sie, die Frau nicht mehr mit in den Himmel zu nehmen und ließen sie
allein zurück. Die junge Frau zog sich langsam an und ging dann in den
Wald, wo sie sich einen Granatapfelbaum suchte, auf den sie kletterte
und sich auf eine Frucht setzte. Nun lief der Junge durch den Wald, von
einer unerwarteten Müdigkeit übermannt und suchte sich einen Platz zum
Schlafen. Er fand einen Alebaum und dachte bei sich "Dies ist ein
sicherer Platz; der Baum ist heilig und kann mich beschützen". Er legte
sich hin, schaute sich noch ein wenig die von den Ästen in die Luft
hängenden Wurzeln des Baumes an und schlief ein.
Das himmlische Granatapfelmädchen
war ihm gefolgt und in ihrer wunderschönen Kleidung, die mit vielen
Ornamenten geschmückt war, sah sie noch himmlischer aus. Als sie nun
den Jungen erreichte, setzte sie sich neben ihn, legte seinen Kopf in
ihren Schoß und ruhte sich ein wenig aus. Sie döste und bemerkte erst
gar nicht, daß eine Prostituierte vorbeigekommen war und vor ihnen
stehen blieb. Sie fragte das nun wieder hellwache Granatapfelmädchen:
"Was macht ihr beiden hier?" Und das Mädchen antwortete: "Wir sind
lange gelaufen und machen nun eine kleine Pause." Da sagte die
Prostituierte: "Du bist so unglaublich schön, hast du dich selbst
einmal gesehen?" Und da das Granatapfelmädchen verneinte, schlug die
Prostituierte vor, zu einem Brunnen zu gehen, damit sie sich im Wasser
spiegeln könne. Aber als sie an dem Brunnen angekommen waren und die
hübsche junge Frau ihr Spiegelbild im Wasser erblickte, stieß die
andere sie in den Brunnen. Die Prostituierte holte die Kleider des
Granatapfelmädchens aus dem Wasser, zog sie selber an, ging zurück zu
dem Jungen und tat so, als sei sie das Granatapfelmädchen.
Als der Junge aufwachte, wunderte
er sich über das wunderschön gekleidete Mädchen, das bei ihm saß und er
sagte: "Wer bist Du? Deine Kleider sehen genau so himmlisch aus, wie
ich sie vorhin gesehen habe, aber dein Gesicht hat sich verändert." Da
antwortete die clevere Frau: "Weil Du meine Kleidung berührt hat durfte
ich nicht mehr in den Himmel und ich mußte auch mein Gesicht tauschen."
Da freute sich der Junge, daß er das Mädchen seiner Wahl bekommen hatte
und nahm sie mit in sein Dorf. Als aber seine Brüder das Mädchen sahen,
sagen sie ihm: "Das ist nicht das Granatapfelmädchen; du bist betrogen
worden, wir kennen sie, sie kommt aus einem Dorf hier in der Nähe."
Trotzdem beschloß der Junge, mit der Frau zusammen zu leben.
Eines Tages ging die Frau zu jenem
Brunnen, in den sie das Granatapfelmädchen gestoßen hatte, um Wasser zu
holen. Da sah sie neben dem Brunnen eine Lotusblume wachsen und sofort
schoß ihr der Gedanke durch den Kopf "Das ist das Granatapfelmädchen!
Sie hat ihre Form verändert und will uns beobachten!" Auf dem Weg nach
Hause überlegte sie sich, wie sie sich von dem Granatapfelmädchen
befreien könne. Zu Hause angekommen sagt sie zu ihrem Mann: "Liebling,
ich habe einen neuen Heiler gefunden und er hat gesagt, du solltest mir
die Lotusblume pflücken, die bei diesem Brunnen wächst. Dann sollst du
den Saft daraus auspressen und auf meiner Stirn auftragen." Da er seine
Frau gern hatte, ging der junge Mann sofort in den Wald und zu besagtem
Brunnen, pflückte die Lotusblume, die ihm unwahrscheinlich hübsch
erschien und ging nach Hause, um den Saft auf der Stirn seiner Frau zu
verteilen. Den Rest der Pflanze schmiß er vor das Haus. Die Frau war
beruhigt und dacht nun sei alles vorbei, aber als sie am nächsten
Morgen vor das Haus trat, fand sie dort das ganze Beet voller
Spinatpflanzen. Ihr war sofort klar, das wieder das Granatapfelmädchen
dahinter steckte und sie überlegte sich eine neue List. Sie erzählte
ihrem leicht verwunderten Mann: "Jetzt hat mein Heiler gesagt, du
sollst den Saft dieser Spinatpflanzen auspressen und auf meiner Stirn
verteilen; hinterher schmeiß den Rest in den Garten unserer alten
Nachbarin" Wieder hörte der Mann auf das, was seine Frau ihm sagte.
Aber wieder erlebte seine Frau
eine Enttäuschung, denn am nächsten Morgen stand im Nachbarsgarten ein
wunderschöner, großer Mangobaum. Diesmal wies sie ihren Mann an, den
Baum zu zerschneiden und dann zu verbrennen. Leider hatten sie
übersehen, das der Baum eine Frucht trug, die so hoch oben wuchs, daß
sie von unten nicht zu sehen war und als sie de Baum fällten, fiel
diese Frucht herunter und kullerte zur Seite, so daß keiner sie
bemerkte. Sie verbrannten den Baum und als am nächsten Morgen nichts
passierte, fühlte die Frau sich endlich sicher. Sie wußte allerdings
nicht, daß die alte Frau die Mango gefunden und ins Haus getragen
hatte. Ihr Sohn freute sich über diese schöne Frucht, die so lecker
duftete und holte ein Messer, um sie aufzuschneiden. Aber als er das
Messer ansetzen wollte begann die Frucht auf einmal, mit ihm zu reden.
Sie sagte: "Bitte zerschneide mich nicht, ich bin deine große
Schwester" Da bekamen die alte Frau und ihr Sohn große Angst und
fürchteten sich vor dieser sprechenden Frucht. Die Mango aber sagte:
"Holt ein weißes Tuch und legt es über den Tisch, so daß es wie ein
heiliger Platz wird, legt mich darauf und dreht euch um." Als die Frau
alles gemacht hatte, was ihr die Mango aufgetragen hatte, drehte sich
die Frau weg und wartete. Da verwandelte die Mango sich wieder in das
hübsche Granatapfelmädchen und erzählte ihre Geschichte. Die alte Frau
fühlte mit dem Mädchen und nahm sie in ihrem Haushalt auf.
Einige Tage später brauchte die
junge Ehefrau Feuerholz und beschloß, ihre alte Nachbarin darum zu
bitten. Als sie dort ins Haus kam, sah sie das hübsche junge Mädchen
und wunderte sich wer dies sei, denn sie erkannte sie nicht. Als sie
aber die Alte fragte, antwortete diese abweisend: "Kümmere dich um
deinen eigenen Kram und laß mich in Ruhe. Du wolltest Feuerholz, also
nimm es und geh." Da sah die junge Frau, daß die Schöne das
Granatapfelmädchen sein mußte. Verzweifelt und aus Angst, sie nie
loszuwerden, trug sie ihrem Mann auf: "Geh zu unserer Nachbarin und
zerschneide das Mädchen, das dort lebt. Bring mir ihr Blut und trage es
auf meinen Körper auf, so hat es mein Heiler gesagt." Und ihr Mann ging
hin, schnitt das Mädchen in Stücke, brachte das Blut mit nachhause und
trug es auf ihren Körper auf. Die Stücke des Granatapfelmädchens aber
verwandelten sich in Bäume, der Kopf wurde eine Palme, die Hand eine
Bananenstaude, das Bein eine Kokosnußpalme und die Augen verwandelten
sich in Papageien.
Der junge Mann wurde sehr traurig
über das, was er getan hat und ging nachdenklich spazieren. Ihm wurde
bewußt, wie abhängig er sich gemacht hat und daß er seiner Frau auf
Wort gehorchte, auch wenn er eigentlich gar nicht möchte. Schlechten
Gewissens setzt er sich auf einen Stein, als die beiden Papageien
vorbei geflogen kamen und mit ihm zu reden begannen "Du solltest das
Granatapfelmädchen heiraten, hast aber die andere geheiratet, das war
nicht richtig." Der junge Mann erwidert: "Ja, ich weiß und es tut mir
leid. Ich habe einen großen Fehler gemacht und weiß nicht, wie ich es
ändern kann." Die Papageien hatten Mitleid mit dem jungen Mann,
erkannten seine Trauer und sein schlechtes Gewissen und sie sagen ihm,
er solle einschlafen auf diesem Stein. Und so schlief der junge Mann
ein.
Als er nach einem langen, guten
Schlaf wieder aufwachte, wunderte er sich, was denn mit dem Stein
passiert war, denn er befand sich viel höher über der Erde als beim
Einschlafen. Er kletterte von dem Stein herunter und da merkte er, daß
der Stein sich in ein schönes, großes Haus verwandelt hatte, aus dessen
Tür nun das Granatapfelmädchen herauskam. Von nun an lebten die beiden
gemeinsam und glücklich in diesem Haus.
Eine Geschichte der Bettakurumba
Erzählt von Devi
Es lebte einmal ein Ehepaar in einem Dorf, das hatte zwei Kinder; eine
Tochter und einen zehn Jahre jüngeren Sohn. Die Tochter wuchs heran zu
einem äußerst schönen Mädchen, das die Augen der jungen Männer auf sich
zog.
Eines Tages, als das Mädchen vor
der Tür stand, ging ein Magier vorüber, der die Form eines Bettlers
angenommen hatte. Er sah das Mädchen und fand sie sehr hübsch, sein
Herz schlug schneller und ein Grinsen schlich sich auf sein Gesicht.
Nachdem der Magier dieses schöne Mädchen gesehen hatte, begann er
regelmäßig zu diesem Haus zu kommen, immer in der Form des Bettlers.
Das Mädchen aber mochte den Bettler nicht und hatte große Angst vor
ihm, obwohl die Mutter ihm etwas zu Essen bereitete. Der Bettler bat
die Mutter, das Mädchen solle ihm das Essen geben, denn er hoffte, so
Zugang zu ihr zu finden. Also trug die Mutter dem Mädchen auf, dem
Bettler das Essen zu reichen.
Der Magier hatte das Mädchen sehr
gern und so ging er eines Tages, als der Vater allein zu Haus war, zu
ihm und hielt um die Hand des Mädchens an. Der Vater sagte, er müsse
zunächst mit all seinen Verwandten sprechen und werde sich dann erst
entscheiden. Als er aber das Thema in der Familie anschnitt, erklärte
der Sohn sehr bestimmt, daß er es nicht zulasse, daß seine Schwester
diesen Bettler heirate, denn es sei offensichtlich, wie sehr sie ihn
hasse. Als der Bettler dies erfuhr, wurde er sehr böse, schleuderte
seine Faust in den Himmel und schwor mit funkelnden Augen, sich zu
rächen. Kurz darauf mußte der Vater Feuerholz holen und ging er auf
einen Berg, der Bären-Berg genannt wird. Da kam der Magier vorbei,
guckte sich um, ob ihn auch keiner beobachte, und verwandelte den Vater
in einen Bären. Später ging die Mutter zu einem Brunnen, der
Pilzbrunnen genannt wird und wollte Wasser holen. Da kam der Magier und
verwandelte sie in einen Pilz.
Nun kam der Magier zu dem Haus und
verwandelte das Mädchen in einen kleinen, schwarzen Hund und nahm sie
mit zu sich nach Hause. Der Sohn war die ganze Zeit unterwegs gewesen
und wußte nichts von all den Veränderungen. Als er zurück nach Hause
kam, spielte er sorglos und glücklich mit seinen Freunden. An diesem
Tag hatte er ungemein viel Glück und gewann alle Spiele. Nach einiger
Zeit wurden seine Freunde neidisch und begannen, ihn zu ärgern. Sie
erzählten ihm nun auch, was der Magier alles mit seiner Familie gemacht
hatte. Als der Junge dies erfuhr, ging es ihm sehr schlecht, er schrie
und wollte nichts mehr von diesen Schauermärchen hören. Und in der
darauffolgenden Nacht träumte er, Pfeil und Bogen herzustellen, um
gegen den Magier zu Kämpfen. Aber davon erfuhr der Magier auch, er
wurde so ärgerlich und kampflustig, daß er eine Arme von 101 Soldaten
schickte um gegen den Jungen zu kämpfen. Aber mit dem Pfeil und Bogen
konnte der Junge den Kampf gewinnen. Hinterher saß er pfeifend auf
einem Stein, war völlig erschöpft und überlegte, was er jetzt machen
solle.
Er ging zu dem Haus des Magiers
und mit Hilfe des Pfeils und Bogens konnte er seine Schwester wieder
zurückverwandeln. Sie freuten sich unglaublich, sich wieder zu haben.
Zusammen gingen sie zum Bärenberg und verwandelten auch ihren Vater
zurück und hinterher gingen sie zum Pilzbrunnen und verwandelten auch
ihre Mutter zurück. Nun waren sie sicher vor dem Magier und lebten
glücklich bis an ihr Lebens Ende.
Der Fuchs und das Wildschwein
Es waren einmal ein Fuchs und ein Wildschwein gute Freunde; sie lebten
zusammen im Wald. Eines Tages brauchten sie Arbeit und gingen zu einem
Landlord, um Beschäftigung zu finden. Der Landlord stellte sie ein und
gab ihnen unterschiedliche Aufgaben: das Schwein sollte Gras mähen und
der Fuchs sollte Steine zerbrechen.
Aber der Fuchs war faul und
überredete das Wildschwein dazu, die Arbeiten zu tauschen. Also
versuchte das Schwein voller Inbrunst, die Steine zu zerbrechen. Der
faule Fuchs aber tat nichts, als herumspielen und seine Arbeit blieb
liegen. Das Wildschwein hatte nicht genügend Kraft, die Steine zu
zerbrechen und vor Anstrengung standen ihm schon die Schweißperlen auf
der Stirn. Verzweifelt fragte es seinen Freund, "Fuchs, kannst Du mir
nicht einen Tip geben, wie ich am Besten die Steine zerbrechen kann?"
und der listige Fuchs antwortete: "Du mußt deinen Kopf gegen die
Steinen hauen, dann zerbrechen sie ganz leicht." Er lächelte
verschmitzt und freute sich heimlich über seinen Trick. Da das
Wildschwein Respekt vor seinem Freund hatte, befolgte es diese
Anweisung und als es seinen Kopf gegen den Stein schlug, zerbrach nicht
der Stein, aber das Schwein verletzte sich sehr stark am Kopf und starb.
Der Fuchs ging zum Landlord und
erzählte ihm, das Schwein sei gestorben und tat so, als sei er sehr
aufgebracht. Der Landlord ließ ihn die Felder bewachen und kümmerte
sich um das Schwein. Der Fuchs wartete eine Weile, dann rief er den
Landlord, seine Getreidefelder hätten Feuer gefangen. Der Landlord kam,
um zu gucken, gleichzeitig rannte der Fuchs zu dem toten Schwein und
biß gierig ein großes Stück Fleisch ab und rannte davon, so schnell er
konnte.
Als der Fuchs gemütlich seines
Weges ging, traf er eine alte Frau, die neben ihrer grasenden Kuh saß.
Sie paßte auf, daß die Kuh nicht in den Treibsand ging, der sich an
einer Seite der Wiese befand. Der Fuchs bat die Frau: "Bitte, Mutter,
koche mir dieses Fleisch, ich werde so lange nach deiner Kuh gucken."
Die gutmütige, alte Frau half dem Fuchs gern und ging in ihre Küche,
das Fleisch zu kochen. Da er sehr gierig war und das Fleisch möglichst
schnell essen wollte fragte er mehrmals nach, ob das Fleisch fertig
sei, aber jedesmal sagte die Frau "Nein" Als es dem Fuchs zu lange
dauerte, stieß er die Kuh in den Treibsand und rief der Frau zu, "Komm
schnell, deine Kuh ist in den Treibsand gefallen!" Als die Frau aus dem
Haus kam, rannte der geifernde Fuchs in die Küche und schnappte sich
das Fleisch, rannte wieder heraus und setzte sich auf einen Baum, um
das Fleisch zu genießen.
Da kam ein sorgloser Tiger vorbei
und sah ein paar Knochen auf dem Boden liegen, er wunderte sich, wo die
wohl herkamen, schaute hinauf, sah den Fuchs und fragte: "Fuchs, was
ißt du da?" Der Fuchs war leicht irritiert, denn er hatte nicht damit
gerechnet, hier oben entdeckt zu werden. Er wollte einen Spaß machen
und antwortete: "Ich fange ein paar vorüberfliegende Vögel und esse
sie." Da fragte der Tiger, ob er etwas von dem Fleisch bekommen könnte.
Der Fuchs warf ihm ein Stück herunter, das dem Tiger so gut schmeckte,
das er nach mehr fragte. Der Fuchs fühlte sich gestört und wollte den
Tiger loswerden. Also antwortete er "Ich esse schon meine
Oberschenkelmuskel" seine Stimme klang gereizt. Der einfache Tiger
fragte aber "Wie heilt denn dann die Wunde an deinem Bein?" und er war
sichtlich besorgt. Der Fuchs war jetzt wirklich genervt und sagte
unwirsch "Du nimmst einfach irgend ein Blatt, preßt den Saft daraus und
verreibst ihn auf der Wunde. Nach einiger Zeit suchst du dir einen
heißen Stein, setzt dich darauf und wartest."
Der arme, einfache Tiger tat
alles, was der Fuchs ihm gesagt hatte und als er auf dem Stein saß,
blieb sein Fleisch an dem heißen Stein kleben und er konnte sich nicht
mehr bewegen. Als ein Rudel junger Hunde vorbei kam und Flöte spielte
und sang, mußte der Tiger sie fragen, ob sie ihn befreien konnten,
obwohl er sich sehr schämte. Aber die Hunde halfen lachend dem armen
Tiger.
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