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Adivasi-Netzwerk AMS - Unser Partner


Logo-AMS webUnsere indischen Partner/innen sind die Adivasi der Gudalur-Region in den südindischen Nilgiris-Bergen. Zur Karte...

Im Adivasi-Netzwerk AMS (Adivasi Munnetra Sangam) organisieren sich fast 15.000 Adivasi fünf ethnischer Gemeinschaften in 300 Dörfern für ihre Rechte: Die Adivasi engagieren sich für Landrechte, Gesundheit, Bildung, Armutsbekämpfung, faire Handelsstrukturen, gesellschaftliche Anerkennung, den Erhalt ihrer Adivasi-Identität und solidarischen Gemeinschaft - um den täglich neuen Herausforderungen begegnen zu können. Dabei werden sie von engagierten indischen Fachkräften unterstützt. Gemeinsam mit diesen gründeten die Adivasi die lokale Nichtregierungsorganisation ACCORD als rechtlichem Träger für ihre Basisbewegung. Zum Organigramm des Adivasi-Netzwerks AMS...

Logo ACCORD FarbeDie Adivasi haben schon viel erreicht: mit Adivasi-Krankenhaus und Adivasi-Schule, der Vermarktung von Adivasi-Produkten in einem Netzwerk indischer Kooperativen, mit Sparfonds, dörflicher Entwicklungsarbeit, Lobbyarbeit bei der Regierung, mit Aufforstung, kulturellen Aktivitäten - und: mit der gemeinschaftlichen Adivasi-Teeplantage.

 

 

 Bewegung für Landrechte

     
  Landrechts-Demonstration AMS  

Die Adivasi siedeln seit Generationen in den Nilgiris-Bergen, doch Urkunden für ihren Landbesitz hatten sie nicht. In den 1980er Jahren hatte die Landlosigkeit zu so großer Armut unter den Adivasi geführt, dass sie sich schließlich dagegen wehrten: mit einer Demonstration für Landrechte von 10.000 Adivasi im Dezember 1988 begann ihre Landrechtsbewegung und die Entstehung des Adivasi-Netzwerks AMS. Viele Adivasi-Familien erhielten Landtitel und erzielen heute ein Einkommen mit dem Anbau von Tee, Kaffee, Pfeffer oder Ingwer, bauen etwas Obst und Gemüse an oder halten Hühner und sogar ein oder zwei Kühe.

Die Landrechtsbewegung der Adivasi ist noch immer aktuell, da es noch immer landlose Adivasi und Armut unter den Adivasi gibt und Land in den Nilgiris-Bergen immer knapper und teurer wird. Ein ganz wichtiges Thema ist die Geltendmachung der Ansprüche für Waldnutzungsrechte; die Adivasi im Netzwerk AMS unterstützen dies in eigens gegründeten Gruppen (forest rights commitees) durch speziell angeleitete Animator/innen.

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 Gesundheitsarbeit

     
 

Dorf-Gesundheitsarbeit AMS

 

In allen Dörfern betreuen als Gesundheitsarbeiter/innen ausgebildete Adivasi regelmäßig Kranke, Alte, Schwangere und Kinder. Sie behandeln unkomplizierte Krankheiten und erkennen, wann jemand einer Behandlung im Krankenhaus bedarf. Sie impfen die Kinder und fördern das Wissen über Gesundheit und Ernährung.

Die Adivasi sind aktiv in der Aidsprävention, betreuen psychische Krankheiten und arbeiten gegen Alkoholsucht. In die engen Wohnhäuser werden von Adivasi Rauchabzüge eingebaut, um das Tuberkulose-Risiko zu mindern. Zur Förderung der traditionellen Heilmedizin werden auf der Teeplantage Heilkräuter angesiedelt und wird der Erfahrungsaustausch unter Heilkundigen gefördert. Die Adivasi haben eine Krankenversicherung.

In der Provinzstadt Gudalur haben die Adivasi unter dem Dach ihrer Gesundheitsorganisation ASHWINI ein Adivasi-Krankenhaus aufgebaut - bereits alle Krankenschwestern und -pfleger sind Adivasi. Das Krankenhaus ist aufgrund der ausgezeichneten medizinischen Behandlung auch bei Nicht-Adivasi sehr beliebt. Damit ist das Adivasi-Krankenhaus ein enormer Meilenstein in der Veränderung der gesellschaftlichen Hierarchie.

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 Schule und Bildung

     
  Schule-und-Bildung ATP  

Die Bildungssituation der Adivasi in den Nilgiris-Bergen ist sehr schwierig. Viele Adivasi-Dörfer sind abgelegen, die Familien sind besonders arm und benachteiligt. Sprache und Kultur der Adivasi spielen an den staatlichen Schulen keine Rolle. Viele Adivasi-Kinder besuchen unregelmäßig die Schule oder brechen sie ab.

Unter dem Dach ihrer Bildungsorganisation "Viswa Bharati Vidyodaya Trust" haben die Adivasi in Gudalur eine Adivasi-Schule aufgebaut, welche zeigt, dass erfolgreiche Bildung für Adivasi sehr wohl möglich ist. An der Adivasi-Schule werden auch junge Adivasi als Lehrer/innen ausgebildet; sie arbeiten anschließend in den Adivasi-Dörfern oder leben und lernen in der Kleinstadt Gudalur oder im Adivasi-Dorf Manvayal mit Adivasi-Kindern, welche staatliche Schulen abgebrochen haben, oder sie arbeiten an staatlichen Adivasi-Internatsschulen - ein Erfolg der Bildungsarbeit der Adivasi.

Für eine bessere Bildung in den Adivasi-Dörfern gibt es Lernzentren, in den die Adivasi-Kindern beim Lernen unterstützt werden, Mobile Dorfbibliotheken, regelmäßige Bildungscamps für Schulabbrecher/innen und zur Examensvorbereitung, ein Sparprogramm für Kinder, eigenes Material in Adivasi-Sprachen u.a.m.

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 Armutsbekämpfung

     
  Teebauern AMS  

Mit der erfolgreichen Arbeit für Landrechte, Bildung und Gesundheit ist der Überlebenskampf der Adivasi der 1980er überwunden. Doch noch immer ist Armut unter den Adivasi weit verbreitet, sichtbar u.a. an der Unter- und Mangel-ernährung. Adivasi leiden auch unter den "Krankheiten der Armut" wie Tuberkulose, die durch beengtes Wohnen begünstigt wird. Neben der Bekämpfung absoluter Armut ist die Überwindung von Benachteiligung wichtiges Anliegen. Alle Projektarbeit soll die Solidarität fördern. Deshalb wird eine Idee erst umgesetzt, wenn alle dahinterstehen.

Aufgebaut wurden Sparfonds von Kindern, Mitarbeiter/innen und Adivasi-Dörfern. Die nächste große Idee ist eine Gemeinschaftsbank. Bildung wird gefördert. In allen Arbeitsbereichen werden Adivasi ausgebildet und beschäftigt. Adivasi-Familien halten eine Kuh oder Hühner. Sie bauen Tee an und vermarkten ihn gemeinschaftlich. Tee, Pfeffer, Seifen, Lantana-Möbel einer Wald-Kooperative, Honig traditioneller Honigsammler werden vermarktet - auch über Fairen Handel. Das alternative Handelsnetzwerk "Just Change" wurde in Indien aufgebaut. Ab 2015 erhalten bis zu 1.000 Adivasi-Familien Samen lokaler Gemüse und Unterstützung beim Anbau für gesündere Ernährung.

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 Adivasi-Teeplantage

     
  Adivasi-Teeplantage ATP  

1998 kaufte unsere indische Partnerorganisation ACCORD die gemeinschaftliche Adivasi-Teeplantage. Auf der 71 Hektar großen Plantage werden Tee, Kaffee und Pfeffer angebaut. Die Vision, die Entwicklungsarbeit der Adivasi zu finanzieren, hat sich so nicht erfüllt. Die Plantage kämpft mit ökonomischen Schwierigkeiten. Aber die Effekte der Teeplantage gehen über das Finanzielle hinaus: Auf der Plantage finden Kinder-Camps, Workshops und Trainings statt, 20 Hektar werden als Wald erhalten. Adivasi-Teebauern profitierten und dank der Teeplantage wurde das Handelsnetzwerk "Just Change" initiiert.

Der Landbesitz ist den Adivasi wichtig. Gebracht hat er den Adivasi Selbstvertrauen, Partizipation auf Augenhöhe weit über die Region hinaus. Entstanden sind Dynamik und Erfolge in der Bildungs- und Gesundheitsarbeit der Adivasi, die Mitte der 1990er Jahre noch niemand für möglich gehalten hätte. Verkaufen wollen ACCORD und die Adivasi die Plantage keinesfalls - auch wenn das Land jetzt drei Mal so viel wert ist. Der Landbesitz an der Teeplantage ist den Adivasi ihre Versicherung für die Zukunft. Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung und Spende für die Teeplantage.

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 Handelsnetzwerk "Just Change"

     
 

Just-Change AMS

 

In dem vom Adivasi-Netzwerk AMS 2006 mit initiierten alternativen Handelsnetzwerk "Just Change" vermarkten die Adivasi ihre Produkte zu fairen Preisen im Tausch mit anderen indischen Kooperativen. Während einerseits die gemeinschaftliche Vermarktung den Produzent/innen eigene Einnahmen bringt, werden durch den gegenseitigen Handel mit täglichen Konsumgütern wie z.B. Tee oder Kokosnussöl gleichzeitig die Lebenssituationen der anderen Beteiligten verbessert.

Eine sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Wirtschaft wird befördert. Statt von einem freien Markt an den gesellschaftlichen und ökonomischen Rand gedrängt zu werden, gestalten marginalisierte Bevölkerungsgruppen den Handel zum gegenseitigen Nutzen aktiv mit. Beim Handelsmodell von "Just Change" sind Investor/innen, Produzent/innen und Konsument/innen gleichwertig am Gewinn beteiligt. 2011 wurde die Initiative des Partizipativen Kapitals gestartet.

Heute ist "Just Change" in 250 Dörfern vier indischen Bundesstaaten aktiv, mindestens 10.000 Familien profitieren direkt. "Just Change" möchte weiter wachsen und zum Nachahmen anregen, überall auf der Welt.

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 Umwelt- und Naturschutz

     
  Umwelt-und-Naturschutz ATP   

Traditionell leben die Adivasi einen ökologisch nachhaltigen Lebensstil, der auf einer spirituellen Achtung aller Elemente der Natur beruht und beschränkten materiellen Bedürfnissen und geringem Konsum einhergeht. Die Herausforderung ist es, diese traditionellen Werte zu bewahren und auf die sich verändernde Lebensumwelt zu übertragen - mit Bildungs- und Bewusstseinsarbeit sowie ökologisch nachhaltiger Projektarbeit. 

Adivasi-Schüler/innen erwerben ökologisches Wissen und die Adivasi-Schule sammelt Plastikmüll in Gudalur für die Wiederverwertung. Gemeinschaftsgebäude werden in ökologisch nachhaltiger Bauweise errichtet. Auf dem Land der Adivasi-Teeplantage werden 20 Hektar Wald erhalten, wurden Heilpflanzen angesiedelt und Fruchtbäume zur Pflanzung in Adivasi-Dörfern herangezogen. Im Team der Umweltschutzorganisation The Shola Trust in Gudalur arbeiten Adivasi u.a. an der Errichtung von grünen Korridoren für Elefanten. Das Ökotourismus-Projekt Ecoscape lädt Naturliebhaber, Ornithologen und am Leben der Adivasi interessierte Gäste auf die Adivasi-Teeplantage ein. Buchen können Sie unter www.ecoscape.co.in.

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 Erhalt von Traditionen

     
 

Adivasi-Tanz AMS

 

Die Adivasi im Netzwerk AMS beleben traditionelle Feste und religiöse Zeremonien. Jährlich wird ein großes Adivasi-Festival durchgeführt. Adivasi kartieren religiöse Haine, um deren Landrechte zu gewinnen und die Stätten wiederzubeleben. Traditionelles Wissen der Adivasi fließt in ihre Bildungsarbeit ein und soll lebendig gehalten werden. Es werden Lieder und Tänze dokumentiert und an der Adivasi-Schule unterrichtet. Die Adivasi-Sprachen werden verschriftlicht. Ein Kulturzentrum als kleines, aber lebendiges Museum der Adivasi in Gudalur ist im Aufbau.

Traditionen der Adivasi werden von der indischen Gesellschaft beeinflusst und verändern sich. Moralvorstellungen werden strenger und die traditionell gleichberechtigte und freie Stellung der Frau leidet. Doch sind Adivasi-Frauen vergleichsweise kaum von Diskriminierung betroffen, die Gleichberechtigung wird in der Projektarbeit gelebt.
Teilen, Solidarität und Gemeinschaft sind traditionell bestimmende Werte im Zusammenleben der Adivasi. Sie sind das Fundament und die Richtschnur für die Entwicklungsarbeit. Deshalb ist hier die Hilfe zur Selbsthilfe so erfolgreich. Diese Werte zu bewahren, ist und bleibt eine besondere Herausforderung.

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 Kampf gegen Korruption

     
  ACCORD-Office ATP  

Korruption wirkt auf alle Lebensbereiche der Menschen in Indien und schadet auch den Adivasi der Gudalur-Region. Unsere indischen Partner/innen, das Adivasi-Netzwerk AMS und die Nichtregierungsorganisation ACCORD, haben von Anfang an einen klaren Standpunkt gegen Korruption vertreten. Damit haben sie sich einen guten Ruf in den Adivasi-Dörfern, bei der lokalen Bevölkerung und bei unbestechlichen Beamten wie bei anderen Organisationen erworben. Sie zeigen, dass soziales und politisches Engagement auch ohne Korruption erfolgreich möglich ist. Dabei sahen sich auch unsere indischen Partner/innen in den Anfangsjahren Korruptionsvorwürfen ausgesetzt. Interessant ist, von welcher Seite diese kamen - von Menschen, die zuvor selbst der Korruption überführt worden waren.

Ein Bewusstsein dafür, wo Korruption anfängt und eine klare Haltung gegen jegliche Korruption sind aber nicht automatisch gegeben und müssen immer wieder gestärkt werden - mit Trainings, Werte-Diskussionen, gutem Beispiel, klaren Regeln und Transparenz. Auch als Projektpartner/in und als Besucher/in in Indien hat man hierfür eine Verantwortung.

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 Lobbyarbeit

     
 

ACCORD-Office

 

Adivasi demonstrieren immer wieder für ihre Rechte: für Landrechte, für die Freilassung zu Unrecht eingesperrter Adivasi, für die Eröffnung eines Strafprozesses gegen Brandstifter oder im Fall sexueller Belästigung u.a.

Die Adivasi haben sich auch eine Stimme verschafft, die in der Gudalur-Region und darüber hinaus gehört wird. Die Adivasi kämpfen bei der Regierung des indischen Bundesstaates Tamil Nadu und bei der indischen Unionsregierung seit Jahren darum, dass die Regierung ihre Verantwortung für Gesundheitsversorgung, Grundbildung, ausreichenden Wohnraum etc. wahrnimmt und die Betroffenen in die Planung und Durchführung ihrer Sozial- und Entwicklungsprogramme einbezieht. Unsere indischen Partner/innen haben wiederholt Regierungsvertreter/innen in Chennai und Neu-Delhi bei der Planung von Regierungsprogrammen beraten.

 

 
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