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Die Madhuvana-Teeplantage
Teepflückerin
Tee

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Die Madhuvana-Teeplantage der Adivasi

Die Teeplantage Madhuvana (Honigwald) liegt im wichtigsten Teeanbaugebiet Südindiens – in den Nilgiri-Bergen, im Dreiländereck der indischen Bundesstaaten Tamil Nadu, Kerala und Karnataka. Auf der Plantage wird v.a. Tee angebaut, aber auch Kaffee, Pfeffer und Kardamom wachsen hier.

Dank eines zinslosen Kredites über 1 Million DM des englischen Charities Advisory Trust konnte die indische Nichtregierungsorganisation ACCORD im Juni 1998 die Plantage erwerben und in den folgenden Jahren mit Investitionen und Arbeitsaufwand ihren Zustand entscheidend verbessern. Sie wird von den Adivasi des Gudalur-Tales gemeinschaftlich bewirtschaftet: Alle auf der Plantage arbeitenden Adivasi gehören dem Plantagenteam an und treffen die relevanten Entscheidungen im Konsens.

Die in einer eigenen Teepflanzschule heran gezogenen jungen Teepflanzen befriedigen den Eigenbedarf, sind aber inzwischen begehrt und werden auch an die großen Teeplantagen der Region verkauft.

Ziel ist es, von den Gewinnen der Plantage die gemeinnützigen Einrichtungen von ACCORD und der Adivasi-Interessenvertretung AMS finanziell zu unterstützen und langfristig unabhängig von ausländischen Spendengeldern machen zu können: v.a. das Adivasi-Krankenhaus, die Vidyodaya-Schule in Gudalur, die Bildungs- und Gesundheitsprogramme für die Adivasi, die Unterhaltung der Teeplantage sowie Büro und Verwaltung von ACCORD und AMS. So hilft die Adivasi-Teeplantage allen 12.000 Adivasi, welche in der Adivasi-Interessenvertretung AMS organisiert sind sowie allen anderen ortsansässigen Adivasi und Nicht-Adivasi, welche diese Einrichtungen in Anspruch nehmen.

Auf der Plantage entstanden zudem Arbeits- und Ausbildungsplätze unter guten Arbeitsbedingungen mit gerechten Löhnen für etwa 60 Angestellte und weitere VertragsarbeiterInnen, darunter auch Nicht-Adivasi. So ist die Plantage die einzige der Gegend, auf der Männer und Frauen gleich bezahlt werden.

Da die Plantage entsprechend ihrer Tradition Gemeinschaftseigentum der Adivasi ist, können ihre Traditionen und gesellschaftliche Werte leichter bewahrt werden. Damit ist die Plantage auch ein für die Adivasi kulturell angepasster Lösungsweg aus der Armut. Etwa 16-18 Hektar des Plantagen-Landes sind von Wald bewachsen. Dieser Teil wird als Urwald erhalten und mit den darin lebenden Tieren geschützt. Die Adivasi können so ihr traditionelles Wissen um den Wald bewahren bzw. wiederfinden. In den regelmäßigen Children Camps werden ganze Schulklassen der Adivasi-Schulen und befreundeter Schulen im Wald unterrichtet. Auf diese Weise erfüllt die Madhuvana-Plantage neben der ökonomischen auch eine ökologische und kulturelle Funktion.

Der Tee von der Madhuvana-Teeplantage wird in der nahen Teefabrik Parry Agro Industries Ltd. weiter verarbeitet, welche den Adivasi einen Preis über dem Weltmarktniveau zahlt. Durch die externe Weiterverarbeitung kann leider der verarbeitete Tee nicht exakt einer Plantage zugeordnet werden. Dies ist nur mit einer eigenen Teefabrik möglich. Diese wäre auch notwendig, wenn der Tee auf Bioanbau umgestellt werden soll. Der Kauf einer eigenen Teefabrik lohnt sich jedoch nur, wenn eine entsprechend große Absatzmenge garantiert ist; doch in Indien, wo 90% des Tees verkauft werden, gibt es für Bio-Tee noch kaum einen Markt. Zudem ist die finanzielle Belastung des Kaufs einer Teefabrik weder von ACCORD/ AMS, noch vom ATP zu tragen. Zumindest so lange nicht, wie der Kredit zum Kauf der Teeplantage noch nicht abgezahlt wurde.

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