Stan Thaekaekara schrieb heute morgen – er nimmt dabei Bezug auf die scheinbar verrückte Entscheidung, 1998 eine Teeplantage für die Adivasi in Gudalur zu kaufen, und daß das ATP das Geld für den Kredit einwirbt. Freundschaftliche Kontakte mit den Adivasi gibt es schon seit mehr als 10 Jahren …:
Das war eine sehr berührende Erfahrung für mich – auch wenn Deva sagt (siehe Kommentare zur 1. News), er war skeptisch damals. Ich denke, jetzt kann ich zugeben, dass auch ich damals nicht so sicher war, wie ich klang. Aber ihr alle habt Grenzen überschritten: geopraphische Grenzen, Klassen-, Sprach- und Kulturgrenzen; unüberwindliche Grenzen habt ihr überschritten und habt ein Band der Freundschaft und Solidarität geknüpft, dass vielen wie Fiktion erscheinen muss.
In diesen schwierigen Zeiten, in denen Hass stetig zuzunehmen scheint, ist es wirklich außergewöhnlich, dass wir diese Beziehung aufbauen konnten.
Dass dieser Sinn von Zusammengehörigkeit und Solidarität 10 Jahre andauerte und zu so einer großen Menge eingeworbener Spenden geführt hat, ist unglaublich. Aber noch bedeutsamer als das Geld ist der Fakt, dass wir die Bedeutung von Gemeinschaft und Familie neu definiert haben. Danke zu sagen, ist natürlich unpassend. So lasst uns freudig unseren wirklich einzigartigen Erfolg feiern.
Ich muss daran denken, als am Ende des ersten Besuches von Adivasi in Deutschland einer der Adivasi bemerkte: “Dies ist das erste Mal in unserem Leben, dass man uns auf Augenhöhe begegnete und gleich behandelte. Ich empfinde mehr Gemeinsamkeiten mit diesen deutschen FreundInnen als mit den Nicht-Adivasi in meiner Nachbarschaft.”
Ich erinnere mich auch an eine andere Begebenheit gleich nach dem ersten Besuch, als die Unilever-Plantage versuchte, Adivasi vom Dorf Kadichinkolly zu vertreiben. Es gab ein riesiges Proest-Treffen vor deren Büros in Devarshola. Bomman, der gerade aus Deutschland zurück gekommen war, rief am Mikrophon: “Ich mache Unilever, dieses Unternehmen, dass Tausende Ar Land in Indien besitzt und uns Adivasi von ein paar Ar vertreiben will, darauf aufmerksam, dass wir nicht allein und hilflos sind. Wir haben FreundInnen in Deutschland. Und wenn wir ihnen sagen, was Unilever versucht, dann geben sie dies weiter an Zeitungen und Fernsehen und niemand in Deutschland wird mehr Unilever-Tee trinken.” Dass ein Adivasi in der Öffentlichkeit aufsteht und proklamiert “Wir haben FreundInnen in Deutschland”, ist wirlich etwas, worauf wir alle stolz sein können. Und, der Vollständigkeit halber, wir hatten diesen Kampf gewonnen, Kadichinkolly hat sein Land behalten und darauf Tee angepflanzt !
Euch allen, die ihr Teil dieser historischen Reise wart und seid, lasst mich einfach sagen, dass ich mich privilegiert fühle, dies mit euch teilen zu können.
Mit ganz lieben Grüßen und wie immer in Solidarität,
Stan